Konzern bietet eine Milliarde Euro
Telekom will polnischen Mobilfunker schlucken

Die Deutsche Telekom will die größte polnische Mobilfunkgesellschaft PTC komplett übernehmen. Bislang kontrolliert der Bonner Konzern 49 % des Unternehmens.

HB/slo DÜSSELDORF. Für die Übernahme der restlichen Anteile habe die Telekom den Mitgesellschaftern eine Milliarde Euro in bar geboten, sagte Finanzchef Karl-Gerhard Eick am Montag. Die Offerte sei bis 5. September befristet und werde nicht nachgebessert.

Der Kauf wäre die erste Unternehmensübernahme unter der Ägide von Kai-Uwe Ricke, der die Führung der Telekom im November vergangenen Jahres übernommen hat. Der neue Chef schlug einen energischen Sparkurs ein und senkte die Schulden des Konzerns deutlich. Ende Juni lagen die Verbindlichkeiten bei 53 Mrd. Euro. Damit hat Ricke sein Ziel für das gesamte Jahr bereits zur Halbzeit fast erreicht.

Von diesem Sparkurs werde die Telekom trotz der Offerte für PTC nicht abweichen, betonte Telekom-Finanzvorstand Eick gestern. Man wolle aber eine günstige Möglichkeit nutzen und die eigene Position in Osteuropa deutlich stärken, da die PTC-Mitgesellschafter Elektrim und Vivendi Universal ihr Interesse an einem Verkauf ihres gemeinsam gehaltenen Anteils signalisiert hätten. PTC hat 5,6 Millionen Mobilfunkkunden und erwirtschaftet Gewinne: Eick erwartet bei dem polnischen Unternehmen für dieses Jahr nach Steuern einen Überschuss von rund 100 Mill. Euro.

Die Telekom hatte in der Vergangenheit immer wieder gesagt, dass sie ihr Engagement in Osteuropa ausdehnen wolle und daher an einer Aufstockung ihres Minderheitsanteils an dem polnischen Mobilfunkunternehmen interessiert sei. Ein Versuch des Bonner Konzerns, die Mehrheit an PTC zu übernehmen, war zuletzt Mitte 2001 gescheitert. Der französische Vivendi-Konzern hatte damals für rund 590 Mill. Euro Unternehmensteile von dem kapitalschwachen Versorger Elektrim erworben und damit den Bieterwettstreit mit der Telekom um die Kontrolle bei PTC gewonnen.

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