Konzern hebt Prognosen an
Swisscom übertrifft Erwartungen

Der schweizer Telekomkonzern Swisscom hat im ersten Halbjahr 2003 den Gewinn überraschend deutlich um mehr als 20 Prozent auf 952 (Vorjahresperiode 780) Millionen sfr gesteigert. Auch bei der eigentlichen Kerngrösse, dem Betriebsgewinn vor Amortisation und Abschreibung (Ebitda), legte Swisscom fühlbar zu. Für das ganze Jahr soll der Ebitda etwas besser ausfallen als Swisscom bisher erwartet hat.

Reuters ZÜRICH. Der Umsatz betrug in den ersten sechs Monaten 7,15 (Vorjahresperiode 7,13) Milliarden sfr, wie Swisscom am Mittwoch weiter mitteilte. Das war, wie es weiter hieß, vor allem der deutschen Mobilfunktochter Debitel zu verdanken, die bei allerdings tieferen Margen markant wuchs.

Der Umsatz in der Schweiz und dort vor allem im Festnetzbereich und im Geschäft mit Geschäftskunden (Enterprise Solutions) nahm dagegen deutlich ab. Im shweizerischen Mobiltelefoniegeschäft erhöhte sich der Umsatz wegen eines fünf-prozentigen Kundenzuwachs zwar etwas, der durchschnittliche Umsatz pro Kunde ging aber zurück. Kosteneinsparungen vor allem im Personalbereich und eine Fokussierung auf Aktivitäten mit höheren Margen ermöglichten Swiss eine markante Ertragsverbesserung. Der Ebitda stieg um 7,2 Prozent auf 2,43 (2,27) Milliarden sfr, was einer erhöhten Marge von 34,0 (31,8) Prozent entsprach.

Zu dem besseren Betriebsergebnis kamen noch reduzierte Goodwill-Abschreibungen, ein verbessertes Finanzergebnis und tiefere Ertragssteuern. Für das Gesamtjahr 2003 erwartet der Konzern angesichts der angespannten Marktlage einen leicht rückläufigen Umsatz. Dank dem „konsequenten Kostenmanagement“ dürfte der Betriebsgewinn Ebitda „mindestens“ den Vorjahreswert erreichen, erklärte Swisscom. Das ist eine marginale Erhöhung der Messlatte, denn bisher hatte es immer geheissen, es werde von einem Ebitda auf der Höhe des Vorjahres von 4,4 Milliarden sfr ausgegangen.

Die Swisscom-Aktien legten unter den insgesamt knapp gehaltenen Schweizer Aktien 1,2 Prozent auf 384 sfr zu, während der DJ Stoxx Telecom Index 0,5 Prozent einbüsste. Das Resultat sei deutlich über den Erwartungen gelegen, erklärten verschiedene Analysten, die auch eine Anpassung ihrer Schätzungen für 2003 ankündigten. Ein Experte in London sagte allerdings: „Es ist grossartig zu sehen, dass einige von Europas Telekomfirmen die Margen verbessern, aber was kommt als nächstes?“. Er fügte an: „Sie können nicht ewig Kosten senken. Sie müssen fähig sein, eine Art Umsatz-Wachstum an den Tag zu legen“.

Auch die mit einer grossen Kriegskasse ausgestattete Swisscom sieht im Heimmarkt Schweiz nur geringe oder keine Wachstumsmöglichkeiten mehr und ist im europäischen Ausland weiter auf der Suche nach Akquisitionen. Eine Beteiligung an der Telekom Austria ist nach den Worten von Konzernchef Jens Alder dabei noch immer eine Option. Allerdings sei eine solche Transaktion angesichts der unterschiedlichen Preisvorstellungen gegenwärtig nicht realistisch und konkrete Verhandlungen hätten nicht stattgefunden, sagte Alder bei einer Telefonkonferenz.

Tätigt Swisscom im laufenden Jahr keine Akquisition, dürfte der Weg offen sein für den vom Unternehmen in diesem Fall in Aussicht gestellten Aktienrückkauf in 2004. Bereits im März 2002 hatte der Konzern zehn Prozent des Kapitals zurückgekauft.

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