Konzern in Turbulenzen
Die größten Baustellen der Telekom

Gleich an vier Fronten hat die Deutsche Telekom zu kämpfen. Neben dem Problem der immer schneller abwandernden Kunden braucht die Telekom zu lange, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und ins Ausland zu expandieren. Ein Überblick.

Kunden-Verluste
Die Telekom muss einen Weg finden, den Exodus der Kunden im klassischen Telefongeschäft zu stoppen. In den ersten neun Monaten hat der Konzern mehr als 1,5 Millionen Festnetzkunden verloren. Ex-Chef Ricke wollte die Abwanderung mit neuen Bündelangeboten von Telefon- und Internetanschluss, Mobilfunk und Fernsehen stoppen, die er Mitte September eingeführt hat.

Neue Geschäftsfelder
Die deutsche Telekom schrumpft im Inland. Der Grund: Klassische Telefonate werden zunehmend durch preiswertere Gespräche über das Internet und Mobilfunk ersetzt. Aber auch für Handy-Gespräche sinken derzeit die Preise drastisch. Um diese Ausfälle auszugleichen, muss die Telekom neue Einnahmequellen finden. Im Mobilfunk versucht sie ebenso wie ihre Wettbewerber, das Minus bei Gesprächen durch ein Plus bei Datendiensten wie mobilen E-Mails aufzufangen – bisher aber ohne Erfolg. Im Festnetz setzt die Telekom auf das Internet-Fernsehen und hat sich dazu die Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga gesichert. Doch auch da bleiben die Kunden fern. Mit dem Inhaltegeschäft lassen sich zudem nicht die hohen Margen von konzernweit über 30 Prozent erreichen wie in der Telekommunikation.

Ausland
Nach Ansicht vieler Experten sollte sich die Telekom deshalb verstärkt in ausländischen Telekommärkten engagieren. Die Bonner sind in der laufenden Konsolidierung der europäischen Telekommunikationsbranche bisher nur bei einem Mobilfunker in Österreich zum Zuge gekommen.

Personal
Experten gehen davon aus, dass der Konzern künftig mit der Hälfte seiner derzeit 170 000 Mitarbeiter in Deutschland auskommt. Die Telekom hat politisch gewollt durch regulatorische Eingriffe erhebliche Marktanteile verloren (siehe Grafik). Die Wettbewerber haben meist weniger Personal und arbeiten effizienter. Ein Personalabbau ist bei der Telekom aber schwierig, weil der Konzern noch zahlreiche Beamte beschäftigt.

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