Konzern macht mit Computern keine Gewinne: Kommentar: Gemischtwarenladen HP braucht neuen Weg

Konzern macht mit Computern keine Gewinne
Kommentar: Gemischtwarenladen HP braucht neuen Weg

Die frühere HP-Chefin Carly Fiorina wurde diese Woche gefeuert. Das ist Schnee von gestern und nicht der Kern des Problems. Die Frage ist vielmehr: Was ist der „HP-Weg“ der Zukunft für den Elektronik- und Computerpionier aus Palo Alto, der Wiege des Silicon Valley?

MÜNCHEN. Carly Fiorina konnte den Weg nicht finden. Nun liegt es in den Händen des „Board of Directors“ (Aufsichtsrat), einen geeigneten neuen Chef für diese schwierige Mission zu finden.

Doch die raschen Erklärungen der Interimsführung, bestehend aus dem bisherigen Finanzchef Robert Wayman als CEO und Patricia Dunn von Barclay Global Investors als Chairwoman, HP sei auf dem rechten Kurs, gibt Anlass zum Stirnrunzeln. Es stellt sich zudem die Frage, ob dieser eher finanzorientierte Aufsichtsrat in der Lage ist, die sachlichen Probleme von HP zu erkennen und bei der Suche nach einem Nachfolger entsprechend zu handeln. Dies ist zu bezweifeln.

HP ist ein „hodgepodge“ von Geschäftsfeldern, schreibt das Wall Street Journal. Auf Deutsch würden man sagen, HP ist ein Gemischtwarenladen, der schon seit einigen Jahren mit seinem Mischmasch nur in Teilbereichen richtig Geld verdienen kann. Dies ist der Grund für den schlechten Kurs der HP-Aktie. Dieser wiederum führte dazu, dass Frau Fiorina gebeten wurde zu gehen.

Nur das Drucker- und das Outsourcing-Geschäft bringen Geld ins Haus. Mit Computern dagegen, von PC bis zu Hochleistungsservern, macht „Groß-HP“ nach dem Merger zwar gute Umsätze aber keine Gewinne. Das ist nicht verwunderlich. Mit der Übernahme von Compaq hat HP den nicht integrierbaren Gemischtwarenladen von Compaq übernommen, der bereits zum Sturz von Eckhardt Pfeiffer geführt hat.

Mit den Rechnern von Compaq, DEC, Tandem und HP hat der Pionier eine Reihe von Techniklinien an Bord, die mit eigenen Chips und eigener Software arbeiten. Das ist in Zeiten einer starken Konsolidierung hin zu preiswerten PC-Servern mit Intel- oder AMD-Prozessoren und Linux als Betriebssystem ein Anachronismus, den sich kein Unternehmen leisten kann. Es muss also ein neuer, schlanker und effizienter Weg gefunden werden, will HP nicht nur mit Druckertinte erfolgreich sein.

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