Konzern rechnet mit Ergebnis auf Vorjahresniveau
Axel-Springer-Verlag steigert Gewinn

Der Axel-Springer-Verlag hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten um 3,6 Prozent gesteigert. Der Überschuss erhöhte sich auf 179,6 Millionen Euro von 173,3 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der Verlag am Mittwoch in Berlin mitteilte.

HB Berlin. Der Umsatz stieg akquisitionsbereinigt um 0,7 Prozent, während die Vertriebs- und Werbeerlöse ebenfalls bereinigt um ein Prozent zulegten. Unbereinigt erhöhte sich der Gesamtumsatz um 8,9 Prozent auf 1,890 Milliarden Euro. Profitiert habe man von einer „robusten Entwicklung“ im Printgeschäft und der „Umsetzung der Digitalisierungsstrategie“, hieß es.

Für das Jahr 2007 strebt der Konzern ohne Sondereffekte ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf dem Rekordniveau des Vorjahres an. Konzernchef Mathias Döpfner sprach von drei sehr erfolgreichen Quartalen. Springer sei auf gutem Weg, führender Multimedia-Konzern in Europa zu werden. Weitere Zukäufe seien vorerst nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, wenn sich „außerordentliche Gelegenheiten“ böten, sagte Döpfner.

Über einen möglichen neuen Partner für seine Beteiligung am Briefdienstleister PIN Group wolle der Medienkonzern erst „in den nächsten Monaten entscheiden,“ sagte Döpfner. Dabei gehe es um die Frage, ob eine Bündelung des Geschäfts mit einem Konkurrenten oder eine Kooperation sinnvoll wäre. Weitere Spekulationen in Medienberichten wolle er nicht kommentieren, sagte Döpfner.

Als robust beschrieb das größte deutsche Verlagshaus die Entwicklung des Print-Kerngeschäfts. Die Zeitungen erreichten mit einem Umsatz von 1,09 Milliarden Euro einen Umsatzanteil von 57,5 Prozent. Mit Zeitschriften setzt Springer 595 Millionen Euro um. Döpfner sagte, die digitale Wachstumsinitiative des Konzerns trage Früchte. Die Online-Objekte seien hoch profitabel.

Um der steigenden Bedeutung seiner Online- und TV-Aktivitäten Rechnung zu tragen, weist Springer erstmals Zahlen für das Segment Digitale Medien aus. Hier stieg der Umsatz um mehr als das fünffache auf 79,2 Millionen Euro. Dazu trugen die aufgestockten Beteiligungen etwa am Frauenportal Aufeminin.com und am Marketingdienstleister Zanox.de bei. In den letzten Monaten habe Springer 300 Millionen ins Onlinegeschäft investiert. Statt weiterer Zukäufe stehe nunmehr die Integration der Beteiligungen und ihr geschäftlicher Erfolg im Mittelpunkt, sagte Döpfner.

Der Konzern bestätigte zudem, für die Herausgabe von Gratiszeitungen in Deutschland mehrere Konzepte vorliegen zu haben. Diese seien sowohl für den regionalen als auch überregionalen Einsatz gedacht, sagte Döpfner. Der Start einer Gratiszeitung sei innerhalb von wenigen Tagen möglich.

Der Vorstand sprach sich aber gegen die Herausgabe von Gratiszeitungen aus. „Wir wünschen uns das nicht“, sagte Döpfner. Der Verlag sei der Meinung, dass ein Unternehmen für journalistische Leistungen auch Geld nehmen sollte. Denkbar sei die Herausgabe einer Gratiszeitung für Springer deswegen nur in Reaktion auf entsprechende Vorhaben anderer Unternehmen. Döpfner sieht den weiteren Angaben zufolge nur eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Unternehmen mit der Herausgabe einer Gratiszeitung in Deutschland Geld verdienen könnte. Er begründete dies mit Maßnahmen, die Wettbewerber dann einleiten würden. Aus diesem Grund nehme auch die Wahrscheinlichkeit ab, dass die Deutsche Post eine Gratiszeitung anbieten werde, sagte der Vorstandsvorsitzende.

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