Konzern schielt auf Osteuropa
Telekom-Vorstand unter Beschuss

Während die Deutsche Telekom im Zuge der EU-Erweiterung verstärkt nach Osteuropa blicken will, üben die Aktionäre auf der Hauptversammlung des Konzerns am Dienstag in Köln scharfe Kritik an der Konzernführung wegen des erneuten Dividendenausfalls und der Pannenserie bei der Einführung der Lkw-Maut. Immerhin erwartet die Telekom mit dem Maut-System bis zum Projektende 2015 keine Gewinne.

HB KÖLN. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke verteidigte vor den rund 7000 Aktionären allerdings den Ausfall der Dividende für das zurückliegende Geschäftsjahr und bekräftigte, künftig auch wieder Akquisitionen tätigen zu wollen. „Wir werden die weitere Internationalisierung der Deutschen Telekom organisch und anorganisch kontinuierlich vorantreiben.“ Dagegen warnte die Fondsgesellschaft DWS vor überteuerten Zukäufen und forderte einschneidende Veränderung bei der Struktur und der Ausrichtung des Konzerns.

An der Börse wurden die seit Wochen schwächelnden Telekom-Aktien im Trend mit dem Gesamtmarkt mit plus 0,4 % bei 13,19 € gehandelt. Damit liegt der Kurs auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2003.

Konzernchef Ricke stimmte die Aktionäre darauf ein, dass das laufende Geschäftsjahr erneut „kein einfaches Jahr“ werde. Das Konjunkturumfeld sei schwierig, die Telekom sei einem hohen Wettbewerbsdruck durch andere Anbieter insbesondere im Ortsnetz ausgesetzt. Der zu erwirtschaftende Überschuss solle jedoch wieder eine Dividendenzahlung erlauben.

Nach den Worten von Finanzchef Karl-Gerhard Eick wird das von Pannen begleitete LKW-Maut-Projekt Toll Collect am Ende der Vertragslaufzeit im Jahr 2015 unter dem Strich keinen Gewinn abgeworfen haben. Für die Verluste seien Rückstellungen gebildet worden.

Ricke bekräftigte in seiner mehr als einstündigen Rede, dass der Konzern auch durch Zukäufe wachsen wolle. „Dies gilt insbesondere für Osteuropa, wo wir mit unseren Tochtergesellschaften schon sehr gut aufgestellt sind“, sagte Ricke. Als Beispiel nannte Ricke erneut den polnischen Mobilfunkanbieter PTC, an dem die Telekom bereits 49 % hält. Die Versuche des Bonner Konzerns, PTC ganz zu übernehmen, sind bislang jedoch fehlgeschlagen. Die Telekom hält in Kroatien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Mazedonien Mehrheitsbeteiligungen an Festnetz- und Mobilfunkanbietern.

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