Konzern spricht Mitarbeiter direkt an
Verhandlungen über Stellenabbau bei Telekom gescheitert

In letzter Minute hat die Gewerkschaft Verdi eine Einigung mit der Deutschen Telekom im Streit über den geplanten Abbau von 32 000 Stellen platzen lassen. Der Telekommunikationskonzern will sich nun direkt mit freiwilligen Abfindungsangeboten an die Mitarbeiter wenden.

HB BERLIN/BONN. Den Gewerkschaftsgremien war das Angebot des rosa Riesen über die künftige Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zur Abfederung des Abbaus dann doch zu wenig. „Der Telekom-Vorstand wollte nicht an den Plänen über Personaleinschnitte rütteln“, begründete Verdi-Fachbereichsleiter Lothar Schröder das Scheitern einer Einigung mit den Gewerkschaften.

Die Verhandlungskommissionen von Verdi und Telekom hatten sich am Mittwoch auf ein Gesamtpaket geeinigt, das nach Angaben der Telekom unter anderem ein um bis zu 100 Prozent aufgestocktes Abfindungsprogramm, 4000 neue Ausbildungsplätze in diesem Jahr und die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen in den T-Punkten und beim Aufbau des neuen Glasfasernetzes umfasste als geplant.

„Wir sind überrascht, dass der Verdi-Fachbereichsvorstand das Verhandlungsergebnis der Kommission abgelehnt hat“, sagte Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer der Nachrichtenagentur Reuters. „Selbstverständlich reden wir mit Verdi weiter, aber nicht auf Basis des ursprünglich von der Gewerkschaft vorgelegten Zehn-Punkte-Programms. Es gibt keinen Anlass, dort nochmal einzusteigen.“

Verdi unterliegt in Kernforderungen der Friedenspflicht

Unabhängig davon werde die Telekom das ausgehandelte Angebot an die Mitarbeiter aufrechterhalten und auf freiwilliger Basis umsetzen. „Wir müssen den Mitarbeitern jetzt das anbieten, was zeitkritisch ist. Das ist auch das, was von der Belegschaft erwartet wird“, ergänzte Klinkhammer. Ein Streik sei nicht zu befürchten, da Verdi in den Kernforderungen der Friedenspflicht unterliege.

Unterdessen kündigte die Telekom an, jetzt mit der Umsetzung des Stellenabbaus zu beginnen. Personalchef Heinz Klinkhammer steht dabei vor einer großen Herausforderung. Bis Ende 2008 sollen in Deutschland rund 32 000 der 170 000 Beschäftigten die Telekom verlassen. „Wir werden die Dinge, die wir für eine sozialverträgliche Umsetzung des Personalumbaus benötigen, auf freiwilliger Basis umsetzen“, sagte er am Donnerstag. Aber auch zu weiteren Gesprächen mit Verdi ist die Telekom bereit.

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