Konzern unter Druck
Vodafone sortiert aus

Der Mobilfunkkonzern Vodafone setzt seine Konzentration auf Kernmärkte in Westeuropa und Mehrheitsbeteiligungen fort. Erst in der vergangenen Woche hat sich das Unternehmen aus Belgien zurückgezogen. Nun soll die Schweiz folgen.

LONDON/BRÜSSEL. Wie die Londoner „Times“ meldet, könnten sich die Briten bis zum Jahresende auch von ihrem 25-Prozent-Anteil an Swisscom Mobile trennen. Als wahrscheinlichsten Käufer nennt das Blatt den Mutterkonzern von Swisscom Mobile, Swisscom. Ein Vodafone-Sprecher bezeichnete den Bericht als Spekulation. Derzeit liefen keine weiteren Gespräche, sagte er.

Erst am Freitag hat Vodafone seine 25-Prozent-Beteiligung am belgischen Mobilfunker Proximus an den Mehrheitsaktionär Belgacom verkauft und sich damit aus einem weiteren Land verabschiedet. Analysten bezeichneten den Schritt als sinnvoll. Er beschert Vodafone eine Einnahme von zwei Mrd. Euro. Nach massiver Kritik einiger großer Aktionäre hatte das Management einen Strategiewechsel vollzogen. Der langjährige Weltmarktführer zieht sich dort, wo es finanziell sinnvoll ist, aus der Fläche zurück. Außerdem will Vodafone künftig so genannte Konvergenz-Angebote aus Festnetz- und Mobilfunkdiensten anbieten.

Bereits im Januar verkaufte Vodafone seine Beteiligung am schwedischen Mobilfunker Telenor. Im April gab der Konzern seine japanische Tochter an den Internet-Konzern Softbank ab. Nun folgte der Ausstieg bei Proximus. Insgesamt brachten die drei Verkäufe rund 15 Mrd. Euro ein. Für das Paket an Swisscom Mobile könnten die Briten mindestens zwei Mrd. Euro erlösen, schätzen Analysten. Doch zugleich steckte Vodafone insgesamt vier Mrd. Euro in die Übernahme der türkischen Telsim und eine Zehn-Prozent-Beteiligung in Indien. Zusätzlich zur Dividende sollen die Aktionäre in diesem Jahr eine Sonderausschüttung von mehr als 13 Mrd. Euro erhalten.

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