Konzern versucht den Befreiungsschlag
Unaxis-Chef nimmt seinen Hut

Der Schweizer Technologiekonzern versucht den Befreiungsschlag und baut in den kommenden drei Jahren 500 der weltweit rund 6500 Arbeitsplätze ab. Längerfristig will man sich auf die Dünnschicht- und Vakuumtechnologie konzentrieren. Konzernchef Heinz Kundert tritt außerdem zurück.

HB ZÜRICH. Kundert muss die Verantwortung für die operativen und strategischen Probleme übernehmen, obwohl Verwaltungsratspräsident Willy Kissling in den vergangenen Wochen stärkerer Anleger-Kritik ausgesetzt war.

Bis ein neuer CEO gefunden ist, übernimmt Verwaltungsrat Harald Eggers das Steuer bei dem Konzern. Der noch bis zum Jahresende bei Infineon tätige Manager rechnet damit, ein halbes bis höchstens ein Jahr operativer Chef bei Unaxis zu bleiben. Unaxis, die aus der ehemaligen Waffenschmiede Oerlikon-Bührle hervorgegangen ist, senkte am Dienstag zum dritten Mal seit August die Ertragsprognose und stellte für 2004 nur noch ein leicht positives Betriebsergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit in Aussicht.

Der grösste Teil des Restrukturierungs- und Wertberichtigungsaufwandes von 200 bis 300 Mill. sfr - wovon rund 50 Mill. sfr liquiditätswirksam sein sollen - soll im Abschluss 2004 verbucht werden. Unter dem Strich muss Unaxis also mit einem dreistelligen Millionenverlust rechnen. 2003 hatte Unaxis dank der Auflösung von Rückstellungen einen kleinen Gewinn von 32 Mill. sfr erzielt. In den beiden Vorjahren hatte Unaxis wegen der Rezession im Technologiesektor rote Zahlen geschrieben.

Die grössten Probleme hat Unaxis in dem zur Halbleiter-Division gehörenden Bereich Displays, der 2004 einen erheblichen Betriebsverlust ausweisen werde. Displays, die Produktionssysteme für die Beschichtung von Flachbildschirmen herstellt, leidet den Angaben zufolge unter zu hohen Entwicklungs- und Herstellungskosten sowie unter dem schwachen Dollar. Der Bereich soll nach der Restrukturierung fusioniert oder verkauft werden.

Die restliche Halbleiterausrüstung, die profitabel sei, solle mit dem Ziel restrukturiert werden, zu einer eigenständigen Einheit zu werden. „Möglicherweise wird dieses Geschäft in zwei bis drei Jahren in eine andere Eigentümerstruktur überführt, mit oder ohne Unaxis, das ist offen,“ sagte Verwaltungsratspräsident Willy Kissling auf einer Pressekonferenz. Sämtliche Optionen wie ein Zusammenschluss mit einem anderen Anbieter, ein Verkauf, ein Börsengang oder eine strategische Allianz seien möglich. Beim dazugehörigen Chipautomaten-Hersteller Esec werde der Aufbau der Produktion in Asien beschleunigt.Die gesamte Halbleiter-Division macht rund ein Drittel des Unaxis-Umsatzes aus.

Seite 1:

Unaxis-Chef nimmt seinen Hut

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%