Konzern will sich als Komplettanbieter etablieren
Tele2 prüft Geschäft in Deutschland

Der schwedische Telekommunikationskonzern Tele2 will sich in Deutschland als Komplettanbieter von Mobilfunk, Internet- und Sprachtelefonie etablieren. Derzeit verhandelt der Konzern nach eigenen Angaben mit vier deutschen Anbietern von schnellen Internetzugängen (DSL) über eine mögliche Kooperation.

HB/lou DÜSSELDORF. „Innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate werden wir eine Entscheidung bekannt geben,“ sagte gestern Anders Olsson, der Geschäftsführer von Tele2 Deutschland, dem Handelsblatt. Branchenberichten zufolge laufen Gespräche mit QSC, Arcor, Telefonica und Tiscali. „Eine Kooperation ist derzeit die wahrscheinlichste Lösung, wir denken aber auch darüber nach, alleine eine eigene Infrastruktur aufzubauen“, erklärte Olsson.

Tele2 ist mit 30 Millionen Kunden in 25 europäischen Ländern vertreten. Nachdem die Schweden bislang vor allem Leitungen von Wettbewerbern gemietet haben, hat sich das Unternehmen vor einigen Monaten einen Strategiewechsel verordnet und geht nun in seinen Märkten dazu über, selbst oder zusammen mit Partnern in die Infrastruktur zu investieren. So hat der Telekomkonzern jüngst in Frankreich über 40 Millionen Euro in das Breitbandnetz von Neuf Telecom investiert und dafür günstige Konditionen für seine eigenen Kunden erhalten.

In Deutschland ist Tele2 bisher nur als Billiganbieter für Telefongespräche aktiv. Das Unternehmen will hier zu Lande künftig aber auch Mobilfunk und Internetzugänge anbieten. „Im Mobilfunk wollen wir als virtueller Netzbetreiber auftreten,“ erklärte Olsson. „Die Gespräche stehen aber noch nicht vor dem Abschluss.“

Virtuelle Netzbetreiber, auch MVNO genannt (Mobile Virtual Network Operator) sind Anbieter, die kein eigenes Netz besitzen und Minuten bei einem Netzbetreiber einkaufen. Ein Beispiel dafür ist die jüngst bekannt gegebene Kooperation des Marktführers T-Mobile, der unter anderem den britischen Billigmobilfunker Easymobile auf sein Netz lässt. Tele2 hatte bereits im vergangenen Jahr mit dem drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter E-Plus entsprechende Gespräche geführt, die bisher allerdings zu keinem Ergebnis führten.

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