Konzern wird EU-Forderungen erfüllen
Schwere Schlappe für Microsoft

Der weltgrößte Softwarekonzern hat im jahrelangen Wettbewerbsstreit mit der EU jetzt auch vor Gericht eine entscheidende Niederlage erlitten. Microsoft muss künftig eine abgespeckte Version seines Betriebssystems Windows anbieten - warnte aber zugleich, das Urteil schade den Verbrauchern.

HB BRÜSSEL/LUXEMBURG/REDMOND. Das Luxemburger EU-Gericht bestätigte die Sanktionen der EU-Kommission gegen Microsoft in vollem Umfang und wies den Antrag des Konzerns auf Aussetzung ab. Der Konzern konnte nicht nachweisen, dass ihm damit ein „schwerer und irreparabler Schaden“ entstehe, urteilte der Präsident des EU-Gerichts Erster Instanz, Bo Vesterdorf, laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Microsoft will nach ersten Stellungnahmen den Forderungen nun zügig nachkommen (Az.: T-201/04 R).

Der Softwarekonzern werde seinen Wettbewerbern unverzüglich die geforderten Information über Software-Schnittstellen bereitstellen, sagte Microsoft-Chef-Jurist Brad Smith in einer Telefonkonferenz. Spätestens im Februar werde das Unternehmen in Europa zudem eine Version seines Betriebssystems Windows in den Handel bringen, aus der der Windows Media Player zum Abspielen von Musik und Videos ausgekoppelt ist. Microsoft hatte bei dem zweithöchsten EU-Gericht eine einstweilige Anordnung auf Aussetzung beantragt. Das Unternehmen kann innerhalb der nächsten zwei Monate Berufung gegen die Entscheidung beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) einlegen.

Der Gerichts-Beschluss hat erhebliche Auswirkungen für die gesamte Branche. Laut Kommission kommt das Urteil den Verbrauchern zu Gute und kurbelt die Innovation in der Branche an. Microsoft dagegen warnte vor Nachteilen sowohl für die Verbraucher als auch den Wettbewerb. Ob es überhaupt eine Nachfrage nach einem vom Media Player entkoppelten Windows gibt, werde die Zeit zeigen, sagte Smith. Die Entscheidung durchkreuze die technologische Integration, die das Rückgrat der Revolution in der Informationstechnik der vergangenen drei Jahrzehnte gebildet habe. Sie werde tausende Unternehmen treffen, die ihr Geschäft auf der Plattform des Betriebssystems Windows aufgebaut hätten.

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