Konzern zieht personelle Konsequenzen aus den Datenskandalen
Telekom beurlaubt Mitarbeiter

Knapp ein Jahr nach dem Bekanntwerden der ersten Spitzelaffäre hat die Deutsche Telekom vier Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung der Mobilfunktochter T-Mobile beurlaubt: Offenbar will der neue Datenschutzvorstand Manfred Balz Härte demonstrieren.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom zieht personelle Konsequenzen aus den Datenskandalen: Wie das Handelsblatt aus dem Konzernumfeld erfuhr, hat das Unternehmen in den vergangenen Tagen vier Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung der Mobilfunktochter T-Mobile beurlaubt. Der Konzern wirft ihnen vor, Verbindungsdaten von Journalisten, Aufsichtsräten und sogar den eigenen Mitarbeitern ausgespäht zu haben.

Die personellen Schritte kommen, über ein Jahr nachdem die erste Spitzelaffäre um den Abgleich von Gesprächen zwischen einem Journalisten und einem Aufsichtsrat bekanntwurde. Im Mai dieses Jahres hatte die Telekom eingeräumt, dass Mitarbeiter Handytelefonate von einem Aufsichtsrat und einem Journalisten verglichen haben, um undichte Stellen im Unternehmen ausfindig zu machen.

Konzernchef René Obermann war diese Spähaktion aber bereits seit August 2007 bekannt. Schon damals hatte er bei internen Ermittlungen herausgefunden, wer für den Abgleich der Telefonate verantwortlich war. Die personellen Konsequenzen hielten sich aber in Grenzen: Gegen den Hauptbeschuldigten, einen Mitarbeiter der Konzernsicherheit, leitete Obermann ein Disziplinarverfahren ein. Derjenige, der die Daten aus dem System gezogen hatte, behielt seinen Job; einem Helfer zahlte die Telekom eine großzügige Abfindung.

Der Konzernchef argumentierte, es handele sich um einen Einzelfall. Der Mitarbeiter, der die Gesprächsdaten besorgt hat und der auch heute noch in der Sicherheitsabteilung von T-Mobile arbeitet, habe im Auftrag gehandelt und gar nicht gewusst, wofür die Daten bestimmt waren.

Nun aber hat die Telekom bei internen Ermittlungen zum Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten herausgefunden, dass derselbe Mann in weiteren Fällen illegal Verbindungsdaten ausgespäht hat - und zwar Daten von den eigenen Kollegen. Damit sollten diejenigen überführt werden, die die Kundendaten aus dem Konzern geschleust haben. Die Telekom geht davon aus, dass Beschäftigte die Daten geklaut haben.

Außer dem direkten Spitzel hat die Telekom inzwischen auch seinen Zimmerkollegen sowie den Vorgesetzten der beiden und den Leiter der Sicherheitsabteilung von T-Mobile nach Hause geschickt. Die Telekom wollte sich nicht dazu äußern. Sie verwies auf eine Pressekonferenz, die morgen stattfindet.

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