Konzernchef Scheepbouwer zufrieden mit Start ins Jahr
KPN dämpft Fusionsphantasien

Das niederländische Telekommunikationsunternehmen KPN hat vor allem wegen geringerer Steuerlast mit seinem Ergebnis im ersten Quartal die Analysten positiv überrascht. Trotz deutlichem Ausbau des Geschäfts mit schnellen Internet-Zugängen blieb der Konzernumsatz jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau.

HB AMSTERDAM. Die - wie andere ehemalige Monopolunternehmen in Europa - unter Preisdruck durch zunehmende Konkurrenz leidende KPN teilte am Montag in Amsterdam mit, der Umsatz habe sich zum Vorjahresquartal um 0,4 % auf 2,9 Mrd. € reduziert. Auf Grund von Kostensenkungen stieg der um Veräußerungserlöse bereinigte Vorsteuergewinn auf 448 Mill. € von 331 Mill. €. Unter dem Strich sei damit einschließlich Verlustvorträgen ein Reingewinn von 375 Mill. € verblieben, der im Vorjahr wegen umfangreicher Verkäufe von Beteiligungen wie etwa der Telefonverzeichnissparte bei 770 Mill. € gelegen hatte.

An der wegen möglicher US-Zinserhöhungen schwächeren Börse verloren die Aktien von KPN im frühen Handel 2,7 % auf 5,88 €. Analysten hatten für die Monate Januar bis März mit einem Nachsteuergewinn von 239 Mill. € und einem weitgehend konstanten Umsatz gerechnet. Einen detaillierten Ausblick für das laufende Jahr gab die Mutter des drittgrößten deutschen Mobilfunkunternehmens E-Plus nicht. Für die Festnetzsparte sei mit einem Umsatzrückgang bis Jahresende um 4,4 bis 6,4 % zu rechnen, was auch die operative Marge auf 41,4 bis 43,4 % drücken werde, hieß es. Ende Februar hatte KPN für das Jahr 2004 einen Rückgang des Vorsteuergewinn auf 1,4 bis 1,7 Mrd. € und einen bestenfalls konstanten Umsatz prognostiziert.

Konzernchef Ad Scheepbouwer äußerte Zufriedenheit mit dem Quartalsergebnis. „Wir sind gut in das Jahr gestartet und mit einem disziplinierten Management blicken wir zuversichtlich auf den Rest des Jahres 2004“, erklärte der seit gut zweieinhalb Jahren amtierende Scheepouwer. Den jüngst wieder aufgeflammten Fusionsspekulationen erteilte der Manager einen Dämpfer. „Wir sehen keine Gelegenheiten für Fusionen oder Zukäufe, die zu uns passen würden“, sagte er. KPN hatte im Februar dem britischen Mobilfunkkonzern MMO2 die Übernahme angeboten, um durch eine Zusammenlegung der eigenen Tochter E-Plus mit O2 Germany das Mobilfunkgeschäft im größten europäischen Markt zu stärken. MMO2 lehnte die Offerte jedoch ab, KPN bekräftigte in der Folge jedoch mehrfach seinen Willen, durch Übernahmen zu wachsen.

Den jüngsten Quartalszahlen zufolge kommt E-Plus im hart umkämpften deutschen Markt zunehmend unter Druck, da der kleinere Konkurrent O2 schneller wächst und damit seine Position ausbaut. Während E-Plus im zurückliegenden Quartal erneut einen operativen Verlust von 28 Mill. € verbuchte und lediglich 242 000 neue Mobilfunkkunden gewann, verbesserte O2 eigenen Angaben zufolge seine Kundenbasis im Quartal bis März um rund 400 000 Nutzer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%