Konzernchef von Pierer will sich nicht mehr an französischem Mischkonzern beteiligen
Siemens hakt Streit mit Alstom ab

Für Siemens-Chef Heinrich von Pierer ist der Streit um und mit Alstom beendet. An einer Kapitalbeteiligung an dem französischen Wettbewerber ist Siemens nicht länger interessiert. „Es gibt keine Gespräche, und ich sehe auch nicht, dass welche aufgenommen werden“, sagte von Pierer in Paris. Nächstes Jahr wird er sein Amt abgeben, um in den Aufsichtsrat zu wechseln.

ali HB PARIS. Im Sommer war es zwischen Siemens und Alstom zum Streit um staatliche Beihilfen gekommen. Denn die französische Regierung schmiedete bereits das zweite Millionenschwere Rettungspaket für den schwer angeschlagenen Mischkonzern, und bei einer Kapitalerhöhung stieg der Staat zum größten Alstom- Aktionär auf.

Als Bedingung für die Genehmigung dieser Staatsbeihilfen verlangte die EU-Kommission, dass Alstom Geschäftsbereiche verkauft und sich für industrielle Partnerschaften öffnet. Siemens hatte Interesse am Turbinen- und Transportgeschäft der Franzosen, kam aber nicht zum Zuge. Alstom warf Siemens vor, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, den Konzern zu zerschlagen. Siemens beschuldigte seinerseits die Franzosen, mit Hilfe der Staatsgelder im Turbinengeschäft mit Kampfpreisen zu agieren.

Gestern zeigte sich von Pierer versöhnlich: „Ich kann Alstom-Chef Patrick Kron verstehen, dass er die Arbeitsplätze in seinem Unternehmen erhalten will.“ Zum Rettungspaket wollte der Siemens-Chef nichts sagen, da die Details noch nicht schriftlich vorlägen. „Wir werden wohl damit leben müssen“, sagte er.

Der Siemens-Chef lehnt grundsätzlich staatliche Eingriffe zur Schaffung industrieller Champions ab: „Das sollten die Regierungen nicht in die Hand nehmen, das hat keinen Sinn.“ Vielmehr sollten Regierungen durch intelligente Forschungspolitik den richtigen Rahmen dafür setzen, dass die europäischen Volkswirtschaften wettbewerbsfähig bleiben. „Ich glaube, diese Probleme werden in Frankreich ebenso gesehen“, sagte von Pierer dazu.

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