Konzernchef Ziebart hält Unternehmen in aktueller Struktur für unterbewertet
Chiphersteller Infineon treibt Aufspaltung voran

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hat erstmals öffentlich eine Teilung des Münchener Halbleiterkonzerns ins Gespräch gebracht. „Wir sind der letzte Hersteller, der Speicher- und Logikchips in einem Verbund vereinigt“, sagte Ziebart am Dienstag auf einer Handelsblatt-Tagung zur Chipindustrie in Dresden.

jojo DRESDEN. Beide Sparten hätten von der Fertigung her immer weniger miteinander zu tun und müssten deshalb in Zukunft unterschiedliche Strategien verfolgen.

Bislang hatte sich Ziebart noch nie öffentlich für eine Aufspaltung der früheren Siemens-Tochter ausgesprochen. Am Dienstag deutete er in einem Vortrag an, dass die zwei Bereiche des Konzerns auseinander driften. Im Speichergeschäft mit den so genannten Drams müsse immer die neueste Technologie eingesetzt werden. Dies erfordere Milliarden-Investitionen. Ziebart: „Hier ist der Zugang zum Kapitalmarkt ein wesentlicher Punkt.“

Bei Logikchips wie sie etwa in Handys eingebaut werden sei es dagegen wichtiger, kundenspezifische Lösungen anzubieten. Ziebarts Folgerung: „Die Erfolgsfaktoren in den Segmenten laufen auseinander.“ Infineon sei an der Börse derzeit weniger wert als die Konkurrenten, weil der Konzern die beiden unterschiedlichen Bereiche unter einem Dach vereine. So bewerte die Börse Infineon lediglich mit dem einfachen Buchwert. Das Joint Venture Inotera, in dem Infineon mit seinem Partner Nanya in Taiwan eine Dram-Fabrik betreibt, werde dagegen zu dem zweifachen Buchwert gehandelt.

Die Führung von Infineon steht unter Druck, weil es dem Konzern seit dem Börsengang im Frühjahr 2000 nicht gelungen ist, dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu kommen. Selbst im Rekordjahr 2004, als die Chipbranche die Umsätze um ein Viertel steigerte, musste sich das Unternehmen mit einem mageren Gewinn begnügen. Analysten fordern deshalb schon lange eine Trennung des stabilen Logikchip-Geschäfts vom stark schwankenden Speicherchip-Bereich. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen wird der Aufsichtsrat am 17. November über die Teilung des zweitgrößten europäischen Chipanbieters entscheiden.

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