Konzernerlöse um 8 Prozent gesteigert
EM.TV reduziert Verluste

Der Münchner Filmrechtehändler EM.TV hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Fehlbetrag deutlich verringert und den Umsatz dank des neuen Geschäftsfeldes Sportrechte gesteigert.

HB MÜNCHEN. Wie der ehemalige Börsenliebling am Mittwoch mitteilte, legten die Konzernerlöse 2003 um acht Prozent auf 270 Millionen Euro zu. Das Unternehmen führte das Wachstum auf das neue Geschäftssegment Sportrechte zurück, das den Umsatzwegfall durch den Verkauf der US-Tochter Jim Henson mehr als wettgemacht habe. EM.TV wies zudem einen Rückgang des Fehlbetrags nach Anteilen anderer Gesellschafter auf rund 130 Millionen Euro aus nach 310 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Ergebnisentwicklung von dem unverändert schwachen Marktumfeld sowie von Restrukturierungskosten und außerplanmäßigen Abschreibungen auf Filmvermögen belastet. So ergab sich vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Verlust von 11,7 Millionen Euro nach einem Plus von 8,4 Millionen Euro im Jahr 2002.

Konzernchef Werner Klatten, der seit seinem Antritt Mitte 2001 um das Überleben des Medienunternehmens kämpft, sprach von einer letztlich gelungenen Sanierung. „Mit dem Jahr 2004 beginnt für unser Unternehmen eine neue Zeitrechnung“, sagte er. Klattens Vertrag als Vorstandschef wurde nach Firmenangaben nun um drei Jahre verlängert bis Ende 2007. Der Rechtehändler will nun mit einer neuen Gesellschaft starten, die sich befreit von Altlasten auf die Sparten Sportrechte sowie Kinder- und Jugendfilme konzentriert. Die neue EM.TV, an der die Gläubiger die Mehrheit bekommen sollen, soll 2005 nach Steuern wieder einen Gewinn erwirtschaften, wie das Unternehmen bekräftigte.

Der Filmrechtehändler hatte im dritten Anlauf mit seinen Gläubigern die Umschuldung eines existenzbedrohenden Bonds aus der Zeit des Neuen Marktes über 400 Millionen Euro vereinbart. Andernfalls hätte das Unternehmen früheren Angaben zufolge eine Insolvenz nicht vermeiden können.

Der Börsenwert von EM.TV hatte vor wenigen Jahren selbst noch den von DAX-Schwergewichten wie der Lufthansa übertroffen. Klattens Vorgänger, Firmengründer Thomas Haffa, hatte im Herbst 2000 mit der Ankündigung drastischer Verluste den Kursverfall der einstmals über 100 Euro teuren Aktie eingeleitet. Am Mittwoch ging das Papier 0,9 Prozent höher mit 1,16 Euro aus dem Xetra-Handel.

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