Konzernumbau
Bei der Telekom fängt das Sparen erst an

Telekom-Chef René Obermann hat eine Schlacht mit der Gewerkschaft durchgestanden – aber der Krieg in der Branche ist noch längst nicht gewonnen. Er hat durch die Einigung auf mehr Arbeit bei weniger Geld zwar die schwächste Flanke des Konzerns gefestigt. Um den Konzern zu alter Stärke zurückzuführen, muss er aber noch eine ganze Reihe von Problemen lösen.

DÜSSELDORF. Vorstandschef Obermann kann mit dem größten Umbau in der Geschichte der Deutschen Telekom beginnen. Nach wochenlangem Streik einigten sich die Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch darauf, 50 000 Mitarbeiter der Festnetzsparte zum 1. Juli in neue Servicegesellschaften auszugliedern. Die Beschäftigten erhalten 6,5 Prozent weniger Grundgehalt; die Arbeitszeit steigt von 34 auf 38 Stunden. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger dem Handelsblatt.

Doch der Kampf gegen die Kosten geht weiter. Die geplanten Einsparungen von 500 bis 900 Mill. Euro, die Obermann mit dem Personalumbau erreichen will, sind nur ein kleiner Teil eines umfassenden Sparpakets. Insgesamt will die Deutsche Telekom ab dem Jahr 2010 ihre Kosten um 4,2 bis 4,7 Mrd. Euro senken.

Das ist dringend nötig, weil dem Konzern im Inland der Umsatz wegbricht. Größtes Problem dabei ist die Massenflucht von Kunden. Im vergangenen Jahr haben gut zwei Millionen Menschen ihren Telekom-Anschluss gekündigt.

Auf dem boomenden DSL-Markt hat die Telekom Anfang des Jahres zwar wieder Boden gewonnen. Dort herrscht aber ein harter Preiskampf: Die Margen sind längst nicht so hoch wie im traditionellen Telefongeschäft. Auch im deutschen Mobilfunk – der lange Zeit ein Wachstumsgarant für die Telekom war – purzeln die Preise.

„Kostensenkungen sind mit Abstand die größte Baustelle des Konzerns“, sagt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. Je stärker die Umsätze sinken, umso schneller muss der Konzern die Kosten killen, um seine Gewinnziele zu erreichen.

Rothauge hält es sogar für möglich, dass die Telekom ihr Gewinnziel für dieses Jahr verfehlt. „Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob die Telekom das schafft“, sagt der Analyst. Dann müsse die Telekom die eigenen Prognosen zum dritten Mal nach unten revidieren. Bei seinen Sparplänen rechne der Konzern die Reaktionen der Wettbewerber nicht mit ein und habe deshalb in der Vergangenheit seine Kostensenkungsziele schon einmal verfehlt, meint Rothauge.

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