Konzernumbau
Siemens bürstet IT-Sparte SBS zurecht

Siemens baut seinen defizitären IT-Dienstleister SBS um, der sich künftig wie von Konzernchef Klaus Kleinfeld verlangt stärker auf das restliche Geschäft des Münchener Technologiekonzerns ausrichten soll. Dabei könnten noch mehr Arbeitsplätze gestrichen werden als ursprünglich geplant.

HB MÜNCHEN. In einem ersten Schritt will sich SBS neben öffentlichen Auftraggebern auf die Automobilindustrie, Chemie und Pharma, Energieversorger sowie Telekommunikation konzentrieren, wie aus einer Mitarbeiterinformation der Siemens-Sparte hervorgeht, die am Mittwoch herausgegeben wurde. „In Industrien, die Siemens nicht bedient, nimmt SBS neue Projekte nur noch selektiv und nach intensiver Prüfung an“, hieß es. Bestehende Kunden sollen aber weiter betreut werden.

Nach der Ausgliederung des Telekommunikationssparte Com ist SBS das letzte Sorgenkind von Siemens und hat zuletzt Verluste geschrieben. In der vergangenen Woche hatte Kleinfeld erklärt, der Konzern liege beim Umbau des IT-Bereichs vor dem eigenen Plan. Eine Trennung von SBS wollte er aber nach wie vor nicht ausschließen. Mit der verstärkten Ausrichtung auf das Geschäft der anderen Siemens-Bereiche scheint ein Verkauf allerdings in etwas weitere Ferne gerückt zu sein. Siemens verlangt von SBS eine Rendite von fünf bis sechs Prozent.

Nach dem Verkauf des Geschäftsgebietes PRS (Produktbezogene Dienstleistungen) an das Computer-Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers Ende 2005 könnten bei SBS neben den bereits angekündigten 5400 Arbeitsplätzen weitere 350 wegfallen. Der Umfang des Abbaus hänge davon ab, in wie weit Fujitsu Siemens wie bisher Arbeiten von SBS erledigen lasse, sagte ein Sprecher. „Für die Mitarbeiter werden grundsätzlich sozial verträgliche Lösungen angestrebt.“ Über die Streichungen sei aber noch nicht abschließend entschieden. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern liefen.

SBS informierte seine Mitarbeiter am Mittwoch auch darüber, dass die beiden SBS-Bereiche IT-Outsourcing und IT-Lösungen ab Oktober zusammengeführt würden. Das Management wolle dadurch den Bereich funktionaler aufstellen und Synergien erreichen.

Die Einheit „Sales and Regions“ soll das verteilte Know-how bündeln, „Global Operations“ ein weltweites Netz von Service- Zentren steuern, „Global Portfolio Management“ das Angebot von SBS länderübergreifend vereinheitlichen. „Ziel aller Maßnahmen ist, den Turn-around von SBS und mit wettbewerbsfähigen Kosten nachhaltig profitables Wachstum zu erreichen“, hieß es in der Mitteilung.

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