Kooperation lässt üble Bilanz vergessen
Arena steigt bei Premiere ein

Premiere hat im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen geschrieben. Trotzdem geht die Aktie durch die Decke. Denn der Bezahlsender darf die Fußball-Bundesliga künftig auch über Satellit verbreiten. Rechteinhaber Arena hat es erlaubt – und sich dafür mit einem großen Aktienpaket bezahlen lassen.

HB BERLIN. Durch die neue Vereinbarung mit Arena könne Premiere die Fußball-Bundesliga über Satellit und Kabel ab sofort an mehr als 30 Mill. deutsche Haushalte vermarkten, teilte der Sender am Donnerstag mit. Im Gegenzug erhalte Arena Anteile an Premiere. Mit 16,7 Prozent wird Arena größter Aktionär.

Die Papiere von Premiere legten vorbörslich fast 10 Prozent zu. Händler sagten, der Abschluss eines Vertrages mit dem Konkrerenten Arena zur Übertragung von Fußball-Bundesligaspielen sei sehr positiv. „Die Partnerschaft kommt völlig überraschend“, sagte ein Händler.

„Premiere wird durch den neuen Vertrag mit Arena sowohl im operativen Geschäft als auch in seiner strategischen Positionierung nachhaltig gestärkt“, erklärte Vorstandschef Georg Kofler. Premiere werde nun wieder zum wichtigsten Pay-TV-Vermarkter von Bundesliga-Fußball in Deutschland. Der Sender könne die Bundesliga ab sofort in ganz Deutschland über Satellit verbreiten und vermarkten. Die Reichweite in den Kabelnetzen steige ebenfalls. Eine neuer Vertrag mit der Arena-Mutter Unity Media garantiere die Verbreitung der Premiere-Programme in deren Kabelnetzen in Nordrhein-Westfalen und Hessen bis Ende 2017. Unity Media besitzt dort die Netzbetreiber ish und iesy versorgt den Angaben zufolge 5,1 Mill. Kabelhaushalte. Diese konnten den kompletten Bundesliga-Fußball seit einigen Monaten nur noch über Arena schauen.

Kapitalerhöhung

Im Gegenzug für die verschiedenen Verbreitungs-, Vermarktungs- und Lizenzrechte gebe Premiere 16,4 Mill. neue Aktien an Arena aus, teilte Premiere mit. Die Anzahl der Aktien steige dadurch auf 98,4 Mill. Stück. Die Papiere würden nach Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister von Arena an ein unabhängiges Finanzinstitut übertragen. Das Institut schließe jegliche Einflussnahme von Arena auf die Unterhaltungspolitik von Premiere aus.

„Diese Lösung wurde gewählt, um kartellrechtliche Probleme zu vermeiden“, sagte der Chef der Arena-Mutter Unity Media, Parm Sandhu. Es gilt als kartellrechtlich bedenklich, wenn Kabelnetzbetreiber auch TV-Sender kontrollieren, da diese wirtschaftlich von der Einspeisung in Kabelnetze abhängig sind. Weitere Premiere-Anteile will Sandhu nicht kaufen.

Mieses 2006, hoffnungsvolles 2007

Premiere hat nach Bekanntgabe des Kooperationsvertrages auch die Prognosen zur Geschäftsentwicklung angehoben: Das Unternehmen rechnet demnach bis Jahresende mit einem Anstieg der Abonnentenzahl auf mehr als 3,7 Millionen. Der Umsatz werde 2007 über 1,1 Mrd. Euro betragen. Das operative Ergebnis solle sich gegenüber 2006 signifikant verbessern und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 120 und 140 Mill. Euro liegen. Auch für 2008 sieht Premiere bei allen drei Kennzahlen gute Chancen für ein beschleunigtes Wachstum.

Im abgelaufenen Jahr wurden die Geschäfte durch den Verlust der Bundesliga-Übertragungsrechte an Arena belastet. Unter dem Strich sei ein Verlust von 161,5 Mill. Euro verbucht worden nach einem Plus von 48,7 Mill. Euro im Jahr zuvor, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag in München mit. Der Umsatz verringerte sich im Jahresvergleich von 1,075 auf 1,055 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging von 137,5 auf 47,9 Mill. Euro zurück. Zum Jahresende 2006 zählte der Sender knapp 3,410 Mill. Abonnenten und damit 156 464 weniger als zum Vorjahr.

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