Kooperation von Medienfirmen
Allianz von EM, Highlight und Constantin

Die Münchner Medienfirma EM.Sport Media will zusammen mit der Schweizer Highlight Communications und der Filmfirma Constantin eine Dreier-Allianz schmieden.Damit würde ein breit aufgestellter Anbieter von Filmen, Fernsehproduktionen und Sportrechten entstehen. Über die persönliche Schiene sind die Unternehme ohnehin längst verbunden.

HB MÜNCHEN. EM.Sport-Chef Bernhard Burgener fand am Mittwochmorgen in München deutlich Worte: „Unser Ziel ist es, die drei Firmen zusammenzuführen.“ Um den Schritt auch nach außen hin zu verdeutlichen, will sich EM.Sport Media demnächst in „Constantin Medien AG“ umbenennen. Zu EM.Sport gehören unter anderem der Sportsender DSF, die Produktionsfirma Plazamedia oder die Internetseite Sport1. Highlight hält die Mehrheit an der Sportmarketing-Agentur TEAM, die die Rechte an der UEFA Champions League vermarktet.

Alle drei Unternehmen sind bereits jetzt über ein Geflecht wechselseitiger Beteiligungen eng miteinander verzahnt. Highlight kontrolliert 97,83 Prozent an Constantin. Eine Zwangsabfindung der verbliebenen freien Aktionäre, ein sogenannter Squeeze-Out, gilt als wahrscheinlich. EM.Sport wiederum hält 47,3 Prozent an Highlight. Weitere neun Prozent liegen bei der Investmentgesellschaft Mar Cap und 3,4 Prozent hält EM-Chef Burgener.

Umgekehrt ist der Schweizer auch am eigenen Unternehmen mit 4,1 Prozent beteiligt. fünf Prozent hält Mar Cap und sechs Prozent Highlight. Großaktionär ist mit 17,1 Prozent die von Medienunternehmer Leo Kirch kontrollierte KF 15. Kirch begrüße am Mittwoch über einen Sprecher die Pläne von Burgener und signalisierte seine Unterstützung. Gut 61 Prozent sind in Streubesitz.

Die nächsten Monate dürften allerdings noch ungemütlich werden. Wegen der Finanzkrise und den Turbulenzen an den Börsen rechnet EM.Sport in diesem Jahr mit einem Verlust. Bei Erstellung der Zahlen zum dritten Quartal habe sich ein Wertberichtigungsbedarf von 120 bis 135 Mio. Euro ergeben, sagte Burgener. Dadurch werde im Gesamtjahr ein Verlust anfallen. Zur Höhe machte er noch keine Angaben und verwies stattdessen auf die geplante Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. November.

Bei den Wertberichtigungen geht es im wesentlichen um Neubewertungen in Zusammenhang mit der Beteiligung von EM.Sport an Highlight. EM.Sport muss Beteiligungen an anderen Unternehmen nach den derzeitigen Bilanzierungsregeln zum aktuellen Buchwert in die Bücher nehmen. Durch die drastischen Kursverluste der vergangenen Wochen ergibt sich hier entsprechender Korrekturbedarf. „Die Preise, die vor zwölf Monaten gezahlt wurden, fallen in sich zusammen. Wir haben nichts anderes gemacht, als die Preise anzupassen.“

Um Geld in die Kasse zu bekommen, ist nun eine Kapitalerhöhung geplant. Diese soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Kürze beschlossen werden. Dort soll auch die geplante Namensänderung durchgewunken werden. Ein Termin stehe noch nicht fest, sagte Burgener, das Treffen solle aber „zeitnah“ stattfinden.

EM.Sport will bis zu 7,8 Mio. neue Aktien ausgeben, was etwa zehn Prozent des Grundkapitals entspräche. Der Preis soll bei zwei Euro je Aktie liegen. Dringend nötig sei dieser Schritt nicht, da EM über eine gute Eigenkapitalausstattung verfüge, betonte Burgener. Es sei aber „nicht schlecht, wenn wir eine zusätzliche Liquiditätskapazität schaffen.“ Eine Beteiligung der bisherigen Aktionäre, darunter Leo Kirch, gilt in Branchenkreisen als wahrscheinlich.

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