Korruptionsaffäre
Aktionärsschützer wollen Siemens-Spitze Entlastung verweigern

Aktionärsschützer wollen der Siemens-Spitze wegen der Korruptionsaffäre einem Bericht zufolge bei der kommenden Hauptversammlung die Entlastung verweigern. Die Abstimmung darüber solle vertagt werden, hieß es.

HB MÜNCHEN. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Mittwoch berichtete, möchten die beiden größten Interessensvereinigungen für Kleinaktionäre, die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), bei der Aktionärsversammlung am 24. Januar Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten.

Die DSW möchte der Zeitung zufolge einen Antrag auf Vertagung der Abstimmung über die Entlastung stellen. Bislang gebe es keinen abschließenden Bericht der von Siemens selbst engagierten Ermittler zur Korruptionsaffäre, begründeten die Aktionärsschützer ihr Vorhaben. "Solange man keine abschließende Klarheit hat, tut es keine Not, direkt für eine Entlastung zu votieren", sagte DSW -Geschäftsführer Carsten Heise der FTD.

SdK-Vorstand Harald Petersen sagte der Zeitung, der Verband wolle voraussichtlich direkt gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmen. "Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, auch eine Vertagung der Entlastung ist möglich", erklärte Petersen. Bei der Höhe der bisher aufgedeckten Zahlungen sei es unwahrscheinlich, dass der Vorstand davon keine Kenntnis gehabt habe, begründete Petersen die Überlegungen der SdK.

Eine Nichtentlastung hätte für die Siemens-Spitze keine rechtlichen Konsequenzen, gilt aber als harter Vertrauensentzug der Aktionäre. Siemens hatte im November eingeräumt, in den Bilanzen seien fragwürdige Zahlungen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro entdeckt worden.

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