Korruptionsaffäre
Siemens-Aufsichtsrat will Pierer belangen

In der Siemens-Schmiergeldaffäre muss der Ex-Vorstandsvorsitzende und langjährige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer mit Konsequenzen vonseiten des Unternehmens rechnen. Dem Siemens-Aufsichtsrat seien mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen von Pierer nicht ordnungsgemäß gehandelt und seine Pflichten damit verletzt habe, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Kontrollgremiums.

MÜNCHEN. Ob von Pierers mögliche Pflichtverletzungen auch ein Strafverfahren tragen, blieb am Donnerstag weiter offen. Theoretisch galt es auch als denkbar, dass Pierer nur mit Konsequenzen unterhalb eines Strafverfahrens rechnen muss, falls die Hinweise auf Korruptionsvergehen nicht ausreichen.

Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich am Freitag bekanntgeben, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen von Pierer eröffnet. Die Behörde hat für den Mittag eine Erklärung angekündigt. Bis Donnerstagabend war laut Justizkreisen noch keine Entscheidung gefallen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern und verwies auf den Freitag. Bisher ermittelt die Behörde gegen 270 Beschuldigte.

In Aufsichtsratskreisen wurde betont, dass das Unternehmen Schadensersatz einfordern muss, sobald Aussichten dafür bestehen. Andernfalls würden die Kontrolleure selbst ihre Pflichten verletzen. Derzeit überprüft eine der führenden deutschen Kanzleien, Heinerle Müller, im Auftrag von Siemens die Sachverhalte.

Der oberste Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Andreas Pohlmann, hatte bereits angekündigt, Siemens bereite Schadensersatzklagen vor; konkrete Namen nannte der Konzern bislang aber keine. Zwei Siemens-Manager hatten schwere Beschuldigungen gegen von Pierer erhoben. Der frühere Vorstandschef bestreitet jede Verwicklung in die Affäre.

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