Korruptionsskandal
Siemens räumt Unregelmäßigkeiten im China-Geschäft ein

Der von mehreren Schmiergeldaffären erschütterte Technologiekonzern Siemens hat Unregelmäßigkeiten im China-Geschäft eingeräumt. China-Chef Richard Hausmann sagte, er habe bereits personelle Konsequenzen gezogen.

fas HB SCHANGHAI. Eine interne Untersuchung habe einige Fälle von „unangemessenen Geschäftsaktivitäten“ hervorgebracht, sagte Hausmann am Mittwoch in Schanghai. In diesen Fällen werde es Konsequenzen geben. Hausmann ergänzte, das Geschäft in China werde aber nicht allgemein von Bestechungen getrieben. Die „Wirtschaftswoche“ hatte zuvor berichtet, Schmiergelder würden etwa die Hälfte der China-Aktivitäten beeinflussen. Das Magazin nannte allerdings weder eine Summe noch einen Zeitrahmen.

Hausmann sagte, Siemens habe sich in den vergangenen zwölf Monaten von 20 Mitarbeitern getrennt, die ohne Erlaubnis des Münchner Konzerns vorgegangen seien. Details zu den Fällen nannte er nicht. China ist einer wichtigsten Wachstumsmärkte für die Deutschen.

In Deutschland und den USA ermitteln derzeit Strafverfolger gegen Siemens. Der Konzern hatte seine Untersuchungen von der ehemaligen Telekommunikationssparte Com zuletzt auf eine Reihe anderer Bereiche ausgedehnt. In diesem Zusammenhang hatte Siemens mitgeteilt, das Gesamtvolumen fragwürdiger Geldströme liege „deutlich über dem Betrag der zum Ende des Geschäftsjahres 2006 untersuchten Zahlungen“. Damals waren 420 Mill. Euro auf den Prüfstand gestellt worden.

Der im Juli angetretene neue Konzernchef Peter Löscher hatte der Aufklärung der Schmiergeldaffäre höchste Priorität eingeräumt. Siemens hatte im Bericht zum dritten Quartal Ende Juli angedeutet, dass die Summe fragwürdiger Zahlungen noch viel größer sein könnte. Derzeit durchleuchtet die von Siemens engagierte New Yorker Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton die Aktivitäten des Konzerns. Nach den bereits aufgedeckten Schwarzgeldkonten bei Com werden nun verstärkt auch die Bereiche Kraftwerksbau, Medizintechnik, Energieverteilung, Industrietechnik und die Bahnsparte unter die Lupe genommen.

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