Korruptionsskandal: Was die Staatsanwälte bei Siemens herausfanden

Korruptionsskandal
Was die Staatsanwälte bei Siemens herausfanden

Mehr als dreißig Verdächtige hat die Staatsanwaltschaft bereits im Rahmen des Siemens-Schmiergeld-Skandals vernommen und reichlich Informationen gesammelt. Besonders haben sich die Ermittler damit beschäftigt, wer etwas von den schätzungsweise 200 Millionen bekommen haben könnte.

HB MÜNCHEN. Mehr als dreißig Verdächtige und Zeugen hat die Münchner Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen zur Siemens-Schmiergeldaffäre bisher vernommen. Die Beschuldigten haben sich den Ermittlungen zufolge nicht persönlich bereichert. Es gebe bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass die Verdächtigen das Geld in die eigene Tasche gesteckt hätten, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Mittwoch in München mit. Die konkrete Verwendung von Geldern werde aber weiter geprüft.

Der Staatsanwalt lehnte es aus „ermittlungstaktischen Gründen“ ab, Einzelheiten zu betroffenen Personen, Firmen und Firmenbereichen zu nennen. Bisher gehen die Ermittler von einer strafrechtlich relevanten Summe in Höhe von 200 Mill. Euro aus. Ob es bei diesem Betrag bleibe, könne noch nicht abschließend beurteilt werden, hieß es. Wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, wurde nicht gesagt. Siemens geht verdächtigen Zahlungen in Höhe von 420 Mill. Euro nach.

Schmidt-Sommerfeld bestätigte Berichte, wonach ein argentinischer Ex-Siemens-Manager sich freiwillig gestellt und in Vernehmungen ausgesagt hat. Daraufhin sei der Mann, der als Beschuldigter gelte, auf freien Fuß gesetzt worden. Die Kooperationsbereitschaft von Siemens und „den meisten Beschuldigten“ sei hilfreich für den Fortgang der Ermittlungen, hieß es.

Vier Mitarbeiter des Landeskriminalamts seien allein damit befasst, die sichergestellten Geschäftsunterlagen auszuwerten, berichtete Schmidt-Sommerfeld. „Weitere Ermittlungsbeamte sichten die EDV-Daten.“

Der Oberstaatsanwalt betonte, die meisten Beschuldigten seien ebenso wie der Siemens-Konzern und die Wirtschaftsprüfer von der KPMG kooperationsbereit. Die Münchner Staatsanwaltschaft arbeite intensiv mit den Justizbehörden in der Schweiz, Italien und Liechtenstein zusammen, erklärte Schmidt-Sommerfeld. An Behörden in den USA sei bisher weder eine Bitte um Rechtshilfe ergangen, noch hätten US-Behörden selbst ein Rechtshilfeersuchen gestellt.

Schmidt-Sommerfeld kündigte eine weitere Erklärung der Staatsanwaltschaft für Ende März an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%