Korruptionsverdacht

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen RTL-Manager

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Manager von RTL Interactive, einer Tochterfirma der RTL Mediengruppe. Der Beschuldigte soll 250.000 Euro bekommen haben, um Geschäfte „positiv zu beeinflussen.“
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Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Manager von RTL Interactive, einer Tochterfirma der RTL-Mediengruppe. Quelle: dpa
RTL Mediengruppe

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Manager von RTL Interactive, einer Tochterfirma der RTL-Mediengruppe.

(Foto: dpa)

KölnWegen des Verdachts auf Bestechung und Betrug ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen einen Manager von RTL Interactive, einer Tochterfirma der RTL-Mediengruppe. Dies bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Bereits 2007 soll der Beschuldigte mindestens 250.000 Euro dafür erhalten haben, die Geschäfte zu einem RTL-Dienstleister „positiv zu beeinflussen“, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen laufen seit dem Frühjahr 2013, Ende 2013 durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume von RTL Interactive. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ über die Ermittlungen berichtet.

Wie RTL und Sat.1 das Fernsehen veränderten
30 Jahre Privatfernsehen - Sat.1
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1. Januar 1984

Die Ära des Privatfernsehens in Deutschland begann am 1. Januar 1984 um 9.58 Uhr. Die Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk (PKS) ging um diese Zeit mit Sat1 auf Sendung, RTL plus folgte einen Tag später. Der damalige Geschäftsführer, Jürgen Doetz, begrüßte das Publikum gemeinsam mit Moderatorin Irene Joest vor den Fernsehern mit den Worten: „Meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesem Moment sind Sie Zeuge des Starts des ersten privaten Fernsehveranstalters in der Bundesrepublik Deutschland.“

30 Jahre Privatfernsehen - RTL
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2. Januar 1984

Am 2. Januar 1984 sah das Publikum dann Helmut Thoma, damals Direktor der deutschen Programme, auf der Mattscheibe. Er begrüßte die Fernsehzuschauer zum Senderstart der ersten RTLplus-Sendung. RTLplus sendete damals aus Luxemburg sein deutschsprachiges Programm. 1988 zog der Privatsender nach Köln. Für Köln sprach, dass bereits wegen des WDR Übertragungsleitungen vorhanden waren.

Jetzt geht's auf den Rummel!
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8. April 1988

Der junge Sender musste um das Publikum kämpfen. Erfolge verzeichnet RTL dabei unter anderem mit seiner Comedy-Spielshow „Alles Nichts Oder?!“ mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder (hier im Jahr 2008). Trotz kleinem Budget und minimaler Ausstattung war das Moderatorenduo sehr gewinnbringend für den Sender. Die Grundidee war ein Kindergeburtstag für Erwachsene. Ein prominenter Gast musste an albernen Spielen teilnehmen und sich gegen die Moderatoren behaupten. Der Gewinn war eine Torte. Derjenige, der das spiel verlor, musste seinen Kopf durch ein Loch in der Wand stecken, um dann die Torten aus dem Publikum ins Gesicht geworfen zu bekommen. Das klingt letztlich infantiler, als die Show tatsächlich war. Die Sendung lief bis 1992.

glücksrad
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7. November 1988

Große Erfolge brachte Sat.1 die Sendung „Glücksrad“ ein. Zum ersten Mal drehte es sich im Privatsender am 7. November 1988. Moderiert wurde die Ratesendung von Frederic Meisner (links) und Schauspieler Peter Bond (rechts), die sich wöchentlich abwechselten. Die Buchstabenfee, also die Dame, die die Buchstaben der Ratewand umdreht, war Maren Gilzer. Die Spiele-Show war montags bis freitags um 19.30 Uhr zu sehen. Wegen des hohen Erfolges wurde sogar 1991 eine samstägliche und eine sonntägliche Ausgabe ins Programm genommen. Fast sieben Jahre lang war das „Glücksrad“ damit täglich zu sehen. Vorbild für die Sendung war die US-Show „Wheel of Fortune“. Die Adaption ausländischer Formate wurde schnell zu einem Steckenpferd der Privaten – denn das brachte enormen Erfolg.

tutti frutti
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21. Januar 1990

Die erste erotische TV-Show im deutschen Fernsehen war die Spiele-Show „Tutti Frutti“, moderiert von Hugo Egon Balder. Die Gäste konnten in Raterunden Punkte gewinnen, die sie in abzulegende Kleidungsstücke der Stripperinnen investierten. Den Privaten hing damals wegen zahlreicher Erotikfilmen im Nachtprogramm ein Schmuddel-Image an. „Tutti Frutti“ änderte daran nicht viel, wurde jedoch zum vieldiskutierten Gesprächsthema. Das Punktesystem begriff kaum jemand, nackte Haut wollten dafür genug Interessenten sehen. Ein Novum, was der Sender auch offensiv bewarb: Die Kandidaten mussten auch selbst Kleidung ablegen – und die Zuschauer durften hoffen, Nachbar oder Nachbarin in Unterwäsche zu erwischen. Die Sendung lief auf RTL bis 1993.

rosa von praunheim
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10. Dezember 1991

Rosa von Praunheim präsentierte zu Beginn einer jeden Ausgabe der Show „Explosiv - Der heiße Stuhl“ eine Person, über die sie provokante Thesen aufstellte. Anschließend musste derjenige auf dem heißen Stuhl platznehmen und mit fünf weiteren Gästen über diese Thesen diskutieren. Dabei kam es zu lauten, persönlichen Diskussionen, die der Moderator immer wieder anheizte.

Filmemacher Rosa von Praunheim outete in seiner Sendung außerdem die TV-Lieblinge Hape Kerkeling und Alfred Biolek als schwul, was einer der größten Skandale der TV-Geschichte war. Sein Kommentar dazu: „Mein Outing von schwulen Prominenten war ein Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der Aidskrise“, erklärt der heute 69-jährige Rosa von Praunheim auf seiner Website. Ihm ging es damals darum, schwule Sympathieträger, die versteckt lebten, zur Solidarität mit der Homosexuellengemeinschaft zu bewegen, weil es in ihr die meisten HIV-Infizierten und Aids-Toten zu beklagen gab.

Generell war „Explosiv“ die wohl umstrittenste, da krawalligste Talkshow der privaten Fernsehsender.

Traumhochzeit
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19. Januar 1992

Linda de Mol startete 1992 die Sendung „Traumhochzeit“ auf RTL. Die Sendung zählte mit bis zu elf Millionen Zuschauern zu den beliebtesten deutschen Fernsehsendungen der 1990er Jahre. Bis zum Jahr 2000 konnten in der Sendung drei Paare gegeneinander antreten, die (neben verschiedenen kleineren Preisen) eine Traumhochzeit gewinnen konnten. Der gigantische Erfolg der Samstagabend-Show legte den Grundstein für das Imperium der niederländischen Produktionsfirma Endemol, heute zweitgrößter Fernsehproduzent der Welt. Mitbegründer der Firma: Lindas Bruder John de Mol.

Die RTL-Mediengruppe teilte mit, bereits seit 2012 von den Anschuldigungen zu wissen. Die interne Revision habe die Vorwürfe gemeinsam mit einer externen Prüfungsgesellschaft „umfassend über mehrere Monate untersucht und keinerlei stichhaltige Anhaltspunkte gefunden, dass diese zutreffen könnten“.

Da die Tat mehr als fünf Jahre zurückliegt, war sie schon bei Aufnahme der Ermittlung verjährt. Deshalb geht die Staatsanwaltschaft vor allem der Frage nach, ob weitere, noch nicht verjährte Taten folgten. „Das Verfahren ist noch relativ offen“, sagte der Sprecher.

  • dpa
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