Kosten des US-Konzerns sollen drastisch reduziert werden
IT-Dienstleister EDS will bis zu 20 000 Stellen streichen

Der US-IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) greift erneut hart durch. In den nächsten zwei Jahren würden zwischen 15 000 und 20 000 Arbeitsplätze abgebaut, sagte EDS-Chef Michael Jordan. Damit sollen die Kosten um drei Mrd. Dollar gesenkt werden. Schon vergangenes Jahr hatte das Unternehmen über 5000 Stellen gestrichen.

jojo/HB MÜNCHEN. Der US-Konzern ist einer der führenden IT-Dienstleister der Welt und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 120 000 Leute. „In den nächsten zwei Jahren wird sich bei EDS viel verändern“, sagte Jordan auf einer Analysten-Konferenz in New York. Details zu dem Stellenabbau wollte er nicht nennen. Wahrscheinlich würden aber die meisten Jobs in den USA wegfallen, während im Ausland sogar neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

EDS stand in den letzten Monaten unter starkem Druck an der Börse. Die Aktie hat seit Jahresanfang rund ein Fünftel an Wert verloren. Zudem wurden die Anleihen des Konzerns von der Rating-Agentur Moody’s herab gestuft und besitzen jetzt nur noch Junk-Status.

EDS ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das im Markt der IT-Dienstleister derzeit schwer zu kämpfen hat. Europas Marktführer Cap Gemini musste vergangene Woche für das erste Halbjahr einen überraschend hohen Verlust von 135 Mill. Euro ausweisen. Daraufhin musste der Finanzchef des französischen Konzerns gehen. Auch Cap Gemini wurde von den Ratingagenturen abgestraft. Zudem brach der Aktienkurs ein.

Konzerne wie Cap Gemini, IBM oder EDS betreiben Rechenzentren für andere Unternehmen und Behörden, übernehmen die Beschaffung und den Betrieb von Computernetzen und sind im Beratungsgeschäft tätig. Große Outsourcing-Deals haben mitunter ein Milliarden-Volumen. Gerade mit solchen langlaufenden Verträgen hat EDS zuletzt aber viel Geld verloren. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Firma einen Umsatz von 20 bis 21 Mrd. Dollar und einen Gewinn zwischen 20 und 30 Cents.

EDS-Chef Jordan sagte, durch die geringeren Kosten versuche der Konzern wettbewerbsfähiger zu werden. US-Analysten zweifeln aber, ob sich das Unternehmen mit den Kürzungen nicht ins eigene Fleisch schneidet. Die große Gefahr sei, dass der Service von EDS darunter leide, hieß es an der Wall Street. Bereits jetzt liege das Unternehmen aus Texas von den Kosten her unter den meisten Konkurrenten.

Das deutsche Geschäft spielt für EDS nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Hier zu Lande ist die Telekom-Tochter T-Systems mit Abstand der größte IT-Dienstleister vor IBM und Siemens Business Services (SBS). EDS lag nach Angaben der Marktforscher der Meta Group vergangenes Jahr lediglich auf Rang sechs. Auch SBS arbeitet derzeit an einer neuen Strategie.

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