Kosten sollen sinken
ST Microelectronics schließt drei Fabriken

Europas größter Halbleiterproduzent ST Microelectronics will näher an die Wachstumsmärkte in Asien heranrücken. Der Konzern kündigte am Mittwoch an, seine Werke in den USA aufzugeben. Die Chips sollen stattdessen in Europa und Asien gefertigt werden. Das freute Analysten, Investoren waren allerdings weniger zufrieden.

jojo MÜNCHEN. Darüber hinaus werde auch eine veraltete Fabrik zum Test und zur Verpackung von Chips in Marokko geschlossen, teilte ST Microelectronics am Mittwoch mit. Davon betroffen sind insgesamt 4 000 Mitarbeiter. „Umsatzwachstum ist wichtig, doch wir müssen auch unsere Kosten im Griff behalten. Das gelingt uns unter anderem, indem wir die Zahl der Fertigungsstätten reduzieren“, sagte ST-Chef Carlo Bozotti.

Der französisch-italienische Konzern will seine Kosten durch die Schließungen um jährlich 150 Mill. Dollar (110 Mill. Euro) senken. Der Umbau werde allerdings zunächst mit bis zu 300 Mill. Euro zu Buche schlagen, teilte ST mit.

ST setzt damit den bereits vor drei Jahren eingeschlagenen Weg fort, ältere Werke dicht zu machen und sich auf leistungsstärkere und modernere Fabriken zu konzentrieren. Darüber hinaus wird auch mehr Fertigung nach außen vergeben. Dazu kommt, dass ST näher an die Wachstumsmärkte in Asien heranrücken will. Deshalb wird ein Teil der Produktion aus den USA nach Singapur verlagert.

Mit dem gestern angekündigten Schritt steht ST nicht alleine da. So hat der deutsche Wettbewerber Infineon vergangenes Jahr eine in die Jahre gekommene Fabrik in München geschlossen. Gleichzeitig hat der Konzern ein modernes Werk in Malaysia aufgebaut, um den boomenden asiatischen Markt zu versorgen.

Dass neue Halbleiterwerke momentan vor allem in Asien entstehen, hat aber auch noch einen anderen Grund. „Die zurückhaltende Förderpolitik der EU verhindert Neuansiedlungen. In Asien dagegen locken Investitionshilfen und Steuererleichterungen“, beklagte jüngst Infineon-Vorstand Peter Bauer.

Das meiste Geld fließt nach Singapur. Zuletzt hat der Münchener Speicherchip-Produzent Qimonda angekündigt, ein neues Werk in dem südostasiatischen Stadtstaat zu bauen. Die Fabrik kostet zwei Mrd. Euro und produziert auf Basis von 300 Millimeter großen Scheiben, so genannten Wafern. Dies ist die fortschrittlichste, aber auch teuerste Technologie der Halbleiterbranche. Zum Vergleich: Die zwei Fabriken, die ST jetzt in Amerika schließt, arbeiten mit Wafern, die nur 150 beziehungsweise 200 Millimeter groß sind.

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