Kosten sollen um bis zu eine Milliarde Euro sinken
Radikalkur für die Siemens-Handysparte

Der Siemens-Konzern hat seiner verlustreichen Handysparte ein drastisches Sparprogramm verordnet. Die Kosten sollen im laufenden Geschäftsjahr um bis zu eine Milliarde Euro gedrückt werden. Zudem sind weiter Verkauf oder Schließung des krisengeschüttelten Bereiches möglich. Eine Lösung blieben die Münchener erneut schuldig - zunächst wird allerdings saniert.

HB MÜNCHEN. „Das amüsiert überhaupt nicht“, sagte Lothar Pauly, Chef des im Oktober gebildeten neuen Kommunikationsbereichs Com, am Dienstag in München mit Blick auf das Handygeschäft. „Alle meine Anstrengungen sind darauf ausgerichtet, diese Situation zu bereinigen.“ Nach wie vor gebe verschiedene Optionen. Unabhängig davon werde an der Sanierung gearbeitet. Hierzu würden 2004/05 (zum 30. September) vor allem im Marketing weitere rund 400 Mill. € eingespart. Diese kämen zusätzlich zu den bereits anvisierten 500 bis 600 Mill. €. Über das Heben von Synergien will Pauly zudem die Entwicklungskosten bei Com binnen der nächsten drei Jahre insgesamt um 15 % senken.

Die Siemens-Aktie, die zeitweise 1,4 % verloren hatte, erholte sich bis zum Nachmittag leicht und notierte mit 62,02 € noch um 0,5 % schwächer.

Siemens hat zum 1. Oktober seine bisherigen Bereiche Mobilfunk (ICM) und Netzwerke (ICN) zusammengefasst, arbeitet aber nach wie vor an der Verschmelzung. Angaben zu möglichen Restrukturierungskosten sowie den finanziellen Vorteilen der Fusion machte Siemens bislang nicht. Offenbar gestaltet sich die Neuaufstellung der Division - mit rund 18 Mrd. € Umsatz und etwa 60 000 Mitarbeitern die größte des Konzerns - schwerer als gedacht.

Das Festnetzgeschäft erfüllt die Renditeerwartungen nicht und leidet unter Überkapazitäten. Ende Januar hatte Siemens hier den Abbau von etwa 1250 Stellen angekündigt. Größtes Sorgenkind ist jedoch die Handysparte, für die Verkauf, Schließung, Sanierung und Kooperation geprüft werden. Neben den horrenden Verlusten musste der Konzern hier 2004 deutliche Marktanteilsverluste hinnehmen und rutschte im Markt von Rang vier auf Rang fünf hinter LG Electronics.

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