Kostenpflichtiges Internet
Springer kassiert bei mobilen Diensten

Der Medienkonzern Axel Springer macht das mobile Internet zur Mautstelle. Seit gestern verlangt das Berliner Zeitungshaus für die Inhalte der beiden Tageszeitungen "Bild" und "Welt" auf dem iPhone Abogebühren. Ob das Geschäft jedoch ein Erfolg wird, wagen die Verantwortlichen nicht vorherzusagen.
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BERLIN. Nutzer des Handys des Computerherstellers Apple zahlen monatlich zwischen 1,59 und 4,99 Euro für das jeweilige Angebot einer Zeitung. "Wir versprechen uns davon langfristig eine Geschäftssicherung", sagte Vorstandschef Mathias Döpfner in Berlin. Allerdings wollte der frühere "Welt"-Chefredakteur keine Zahlen zu Nutzern oder Umsätzen nennen. "Das Ganze hat den Charakter eines Laborversuchs", ergänzte Döpfner - "wir können auch scheitern."

Die Inhaltsangebote für das iPhone - in der Branche Apps genannt - sind über die Internetseite von Apple abrufbar. Zuletzt hatte Springer-Konkurrent Gruner + Jahr Ärger mit dem iPhone-Hersteller. Der US-Konzern hatte kurzfristig das App des Magazins "Stern" wegen allzu freizügiger Fotos gesperrt.

Springer sieht sich mit seinen Bezahlangeboten für das Handy als Vorreiter der Zeitungsbranche und will der Gratiskultur im mobilen Internet ein Ende setzen. "Es ist der Versuch, einen Paradigmenwechsel bei der Mediennutzung zu vollziehen", sagte Döpfner bei der Vorstellung der Apps.

Für sein Geld bekommt der Leser nicht nur die Ausgaben von "Bild" und "Welt" bereits am Vorabend als PDF-Datei, sondern auch individualisierte Informationen zu Wetter und Sport sowie Fotos und Videos.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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