Kostensenkungen geplant
Yen belastet Japans Elektronikkonzerne

Der Höhenflug des Yen setzt den von der Wirtschaftskrise betroffenen Elektronikkonzernen Japans zusätzlich schwer zu. Sonys Gewinn brach im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein. Auch Toshiba und Nintendo verhagelt der Yen das Geschäft.

HB TOKIO. Wie der Hersteller der PlayStation am Donnerstag bekanntgab, schmolz der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende Dezember um 94,8 Prozent auf 10,4 Mrd. Yen (88 Mio Euro). Auch Nintendo verhagelt der Yen das gute Geschäft mit seiner Erfolgskonsole Wii. Der Nettoertrag sank in den ersten neun Monaten des bis Ende März laufenden Geschäftsjahrs um 17,9 Prozent auf 212,5 Mrd. Yen. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 1,5 Billionen Yen.

Während Sony an seiner kürzlichen Prognose für das Gesamtjahr festhielt und weiter von roten Zahlen ausgeht, senkte nun auch Nintendo seine Gewinnerwartung und geht nur noch von einem Gewinn von 230 Mrd. Yen aus, nachdem im Oktober noch 345 Mrd. Yen angepeilt worden waren. Die Krise und der Preisverfall bei Speicherchips trifft auch den Elektronikkonzern Toshiba schwer. Er rechnet fürs Gesamtjahr erstmals seit sieben Jahren mit roten Zahlen.

Netto dürfte ein Verlust von 280 Mrd. Yen (2,4 Mrd Euro) sowie ein operativer Fehlbetrag in derselben Höhe anfallen, gab Toshiba bekannt. Im Vorjahr waren ein Reingewinn von 127,4 Mrd. Yen und ein Betriebsgewinn von 238,1 Mrd. Yen erwirtschaftet worden. Toshiba musste seine Prognose für das Gesamtjahr zum zweiten Mal revidieren und geht jetzt von einem Umsatz von nur noch 6,7 Billionen Yen aus, eine Billion Yen weniger als bisher erwartet.

Unterdessen erklärte die japanische Regierung die längste Wachstumsphase der Nachkriegszeit am Donnerstag offiziell für beendet. Demnach endete sie im Oktober 2007 nach insgesamt 69 Monaten Wachstum. Das lange Wachstum war vor allem vom Export getragen worden. Inzwischen steckt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Nation wieder in einer Rezession mit der Gefahr einer neuen Deflation.

Bei Sony, wo 16 000 Stellen gestrichen werden, fiel im dritten Quartal angesichts der Wirtschaftskrise und des Preisverfalls operativ ein Verlust von 18 Mrd. Yen an, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 236,2 Mrd. Yen erwirtschaftet worden war. Der Umsatz sank um 24,6 Prozent auf 2,15 Billionen Yen, wie Sony weiter mitteilte.

Sony hatte kürzlich wegen der Weltwirtschaftskrise und des festen Yen eine Gewinnwarnung für das noch bis 31. März laufende Gesamtjahr ausgegeben und rechnet demnach mit dem ersten operativen Verlust seit 14 Jahren in Höhe von 260 Mrd. Yen. Auch unter dem Strich erwartet das Unternehmen nun einen Verlust, und zwar von 150 Mrd. Yen statt eines noch im Dezember veranschlagten Gewinns von 150 Mrd. Yen.

Sony-Chef Howard Stringer kündigte kürzlich weitere drastische Kostensenkungen an. Statt jährlich 100 Mrd. Yen will Sony nun zum nächsten Geschäftsjahr 250 Mrd. Yen einsparen. Vor allem die LCD-Fernsehgeräte-Sparte muss leiden: Eine von zwei heimischen TV-Fabriken wird geschlossen, rund 1000 Leiharbeiter müssen gehen. Außerdem streben Sony und Sharp die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zur Produktion großer LCD-Panels an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%