Kot & Köter: Ein Magazin für Hundehasser

Kot & Köter
Ein Magazin für Hundehasser

Als bekennender Hundefeind zog der Journalist Wulf Beleites einst durch die Talkshows der Republik. Aus einem Witz macht er jetzt ein Magazin. Finanzielle Starthilfe für „Kot & Köter“ gibt eine Internetplattform.
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Köln“Kot & Köter”, die Zeitschrift für den deutschen Hundefeind, begann als Witz. In den 90er Jahren tingelte der Journalist Wulf Beleites mit dem angeblichen Hundehasser-Heft durch Talkshows wie “Schreinemakers live” und zog als bekennender Hundefeind den Volkszorn auf sich. Dabei war das ganze ein Satire-Projekt, um die Themenquatsch-Maschinerie der Talkshows vorzuführen, was auch einigermaßen gelang. Als Beleites die Aktion aufklärte, sagte er 1998 im NDR: „So eine Zeitschrift hat auf dem Markt überhaupt keinen Platz. So eine Zeitschrift wird es nie geben.“

Nun gibt es “Kot & Köter” doch und Beleites ist schwer damit beschäftigt, die 1.000 gedruckten Nullnummern einzutüten und an Abonnenten und Unterstützer zu versenden. 850 Abonnenten hat er eingesammelt, die bereit wären viermal pro Jahr 7,80 Euro für die Hundefeindschrift hinzublättern. Wunschvorstellung von Beleites wäre eine Auflage von 5.000 Heften, dann könnte er sogar bescheidene Honorare zahlen. Bislang ist Hundehass-Journalismus offenbar noch eine brotlose Kunst.

Beleites hat das Projekt im vergangenen Jahr anlässlich des Journalistentages der Gewerkschaft Deutsche Journalisten Union (dju) aufleben lassen. Beleites selbst ist stellvertrtender dju-Bundesvorsitzender und er erklärte sich bereit, einen Selbstversuch in Sachen Crowdfunding zu unternehmen: Kot & Köter. Und was steht nun drin im Heft für Hundehasser? Eine Story dreht sich darum, dass der verstorbene Liedermacher Georg Kreisler statt Tauben, eigentlich Hunde im Park vergiften wollte (“Tauben vergiften im Park” ist eines von Kreislers bekanntesten Liedern). „Die Wiener Kulturgeschichte muss umgeschrieben werden“, heißt es im Blatt mit zahlreichen Anspielungen auf den Skandal rund um die gefälschten Hitler-Tagebücher.

Weitere Themen: „Jute statt Plastik: Die Grünen fordern Schluss mit den herkömmlichen ‘Gassi-Beuteln’ und setzen auf ein ökologisches Umdenken“, „Das Private ist politisch, und der Hund noch politischer – Warum Gefahr von ‘Gefährte’ kommt“, „Der elektronische Schäferhund – ‘Bei Näherkommen wird das Bellen aggressiver’“, „Der Nuttenpudel – Nur im Reservat der zwischenmenschlichen Käuflichkeit erfüllt der Pudel einen legitimen Auftrag“, „Der Hund als Untergebener – Ein Text von Kurt Tucholsky aus dem Jahre 1922“, „Der Weg allen Fleisches – Wissenschaftliche Untersuchung der Uni Gießen zu den weltweiten Hunderezepten + dem Festtags-Menü zum Tag des Hundes (1.6.14)“ sowie der Kot & Köter Fortsetzungsroman „Der Hundemörder“ von Jens Bergmann.

Es geht also erkennbar unernst zu im Zentralorgan der deutschen Hundefeinde. Beleites selbst schreibt dazu in seinem Editorial: „Wir wollen anprangern, abmahnen. austeilen. Wir wollen auf stinkende Probleme hinweisen, über verschrobene Mentalitätsduselei herziehen, von bescheuerten Ereignissen berichten: satirisch – bissig – realistisch. Wir wollen übertreiben, weil nur mit Übertreibung die Realität sichtbar wird, die Missstände aufgezeichnet werden.“ Wer spitz wie Nachbars Lumpi auf Kot & Köter ist, sollte diese Website ansteuern: www.kotundkoeter.de.

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  • "Oft kann man nicht mal an einer Straße entlanggehen ohne von diesen aggressiven Tieren lautstark angebellt zu werden."
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    Die Tiere reagieren auf *Ihre" Ablehnung, Aggression und ggf. Angst. Wer Hunden freundlich und unbefangen gegenübertritt, erntet (bei geistig gesunden Hunden!) nichts als Freundlichkeit, allenfalls Desinteresse. Unfälle mit Hunden entstehen gewöhnlich durch Fehlverhalten des Menschen weshalb Regeln im Umgang mit ihnen wichtig sind, auch für Nichthundehalter:

    Laut Wikipedia:
    - niemals einen fremden Hund ohne Besitzer streicheln,
    - niemals einen Hund von hinten anfassen,
    - niemals einem zurückweichenden Hund nachgehen und ihn bedrängen,
    - niemals einem Hund längere Zeit in die Augen sehen oder ihn anstarren, da er sich bedroht fühlen könnte,
    - niemals davonrennen, da die meisten Hunde Interesse an sich bewegenden Lebewesen zeigen und hinterher rennen, im schlimmsten Fall ein Kind als zu jagende Beute ansehen könnten,
    - niemals laut schreien, da der Hund dadurch irritiert wird und aggressiv reagieren könnte.

    Ich ergänze das noch:
    - niemals ÜBER einen fremden Hund beugen, das darf man nur bei vertrauten Tieren.
    - ein Hund der mit dem Schwanz wedelt, ist nicht zwingend freundlich, das kann auch die "Aufforderung zum Tanz" beinhalten (maßgeblich ist die gesamte Körpersprache des Tieres, die selbst viele Hundebesitzer nicht zu deuten wissen)
    - "Zähnefletschen" bedeutet nicht unbedingt Aggression. Hunde adaptieren menschliches Verhalten und zeigen analoges Lachen (Freude, Verlegenheit etc.). Echtes Zähnefletschen sieht etwas anders aus.

    Will sagen: Gegen Hundeangst hilft Hundewissen!

    Insbesondere Kindern ist das einzuhämmern.
    Btw., es gab während meiner Kindheit in der Nachbarschaft einige Hunde, die als "gefährliche Bestien" galten und von allen gefürchtet waren, auch von den Erwachsenen. Mit allen hat ich als kleiner Bub ein gutes Verhältnis, weil ich mich instinktiv richtig verhielt, keine Angst vor ihnen hatte und sie respektierte.

  • Die Hundesteuer ist (nicht nur) meiner Meinung nach ein massiver Verstoß gegen die Menschenrechte, zumindest aber gegen das Gleichheitsprinzip. Ein entsprechendes Verfahren war beim EuGH anhängig, wurde aber leider gestoppt:
    "Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ist eine Klage gegen die deutsche Hundesteuer vorerst gestoppt. Entscheidende Dokumente seien in dem Gericht auf mysteriöse Weise verschwunden."
    http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Klage-gegen-Hundesteuer-vor-Europaeischem-Gerichtshof-gestoppt
    Hier sieht man, mit welchen Methoden die Hundesteuer-Verfechter arbeiten! Da verschwinden auch einfach mal "zufällig" wichtige Dokumente! Unglaubwürdig!

    Für liegengelassene Hundehäufchen (dafür habe ich auch kein Verständnis, so was ist in wenigen Sekunden weggemacht) kosten ohnehin eine Geldstrafe, zu Recht meine ich.
    Das Zusammenleben mit Canis lupus im gemeinsamen Familienverband ist ein uralter Weg, so alt, daß selbst die Altkulturen im Zweistromland noch nicht einmal angedacht waren, als Hunde schon lange zum Leben dazugehörten. Fossil belegt sind über 32.000 Jahre, genetische Hinweise deuten auf über 125.000 Jahre, vage Hinweise auf das Zusammenleben mit Wölfen gibt es bis 500.000 Jahre b.p. Das Volk der Hailtsuk lebt nach Legenden seit dem letzten Glacial mit Canis lupus.

    Da ich vermute, daß Ihnen die zigtausende Jahre alte Tradition des Lebens mit Hunde egal ist und Sie ihrer Diktion nach Hunde hassen, lege ich Ihnen nahe, im Falle eines Unfalles o.ä. auf den Einsatz von Rettungshunden zu verzichten.
    Wer Hunde haßt, hat keinen Anspruch auf ihre Hilfe, für die so manches Mal ihr Leben riskiert wird!

  • "Meine Hunde die ich habe und nicht mehr habe waren meine besten Freunden. Meine 'menschliche Freunden" haben mich nur ausgenutzt, belogen und betrogen."
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    Genau so ist es! Auch meine Hunde haben mich noch nie enttäuscht. Sie erst machen mein Leben lebenswert. Jedes Quentchen Liebe, das man ihnen schenkt, geben sie hundertfach zurück!

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