KPN-Tochter
E-Plus will Geld ins Netz stecken

Obwohl die Mutter KPN im zweiten Quartal fast 100 Millionen Euro weniger verdient, will der Mobilfunker E-Plus einen dreistelligen Millionenbetrag ins Netz stecken. Das Unternehmen konnte die Kundenzahl steigern.
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BrüsselDas Mobilfunkunternehmen E-Plus will in diesem Jahr erneut einen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau seines Mobilfunknetzes investieren. Der Netzausbau werde in einer ähnlichen Größenordnung wie 2010 und 2011 fortgesetzt, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in Düsseldorf. In diesen beiden Jahre investierte E-Plus insgesamt rund eine Milliarde Euro. Hintergrund sei die Beliebtheit der Smartphones mit mobilem Internet.

Das Surfen mit dem Handy war auch in den zurückliegenden drei Monaten der Wachstumsträger von E-Plus. Im zweiten Quartal 2012 stieg der Umsatz um 4,9 Prozent auf 842 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) stagnierte wegen höherer Werbeausgaben für die Mitte April gestartete Tarifoffensive bei 335 Millionen Euro. Das Netz von E-Plus wird auch unter der Marke Base vertrieben und von Mobilfunk-Discountern wie Simyo, Blau Mobilfunk oder Medion Mobile verwendet.

Die Zahl der Vertragskunden des drittgrößten deutschen Mobilfunknetzbetreibers E-Plus stieg seit Ende März um 179 000 auf knapp 7,8 Millionen - das ist das höchste Plus bei Vertragskunden innerhalb von drei Monaten seit Ende 2005. Im Netz der E-Plus-Gruppe telefonierten, surften und simsten Ende Juni insgesamt 23,5 Millionen Kunden. Das sind rund zwei Millionen Kunden mehr als vor einem Jahr.

Der niederländische E-Plus-Mutterkonzern KPN hat im abgelaufenen Quartal weniger verdient. Für das zweite Quartal wies das Unternehmen am Dienstag einen Nettogewinn von 315 Millionen Euro aus nach 414 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem weniger deutlichen Rückgang auf 326 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz sank um drei Prozent auf 3,19 Milliarden Euro.

Zudem kürzte KPN die Dividende deutlich. Mit den dann freien Mitteln will das Unternehmen angesichts des ungewissen konjunkturellen Umfelds seine Schulden abbauen.

In E-Plus sieht KPN einen wertvollen Bestandteil des Konzerns. Einer Fusion von E-Plus mit der deutschen Telefónica-Tochter und deren Marke O2 hatte KPN im Juni eine Absage erteilt. Ende Juni war der mexikanische Mobilfunker America Móvil des Multimilliardärs Carlos Slim gegen den Wunsch des KPN-Vorstandes bei den Niederländern eingestiegen und hatte sich knapp 28 Prozent gesichert. Nun will KPN Kooperationsmöglichkeiten mit dem neuen Großaktionär ausloten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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