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KPN verordnet E-Plus neue Strategie

dpa-afx DEN HAAG. Der niederländische Telekomkonzern KPN will seiner deutschen Mobilfunktochter E-Plus nach einem schwachen Auftaktquartal einen neue Strategie verpassen. Vorstandschef Ad Scheepbower kündigte am Dienstag in Den Haag eine Neuausrichtung der Mobilfunkaktivitäten an: "Wir haben Schritte eingeleitet, um zu sehen, wie wir unser Geschäft in Deutschland beschleunigen können." Die Entwicklung im ersten Quartal bezeichnete er als "enttäuschend".

Künftig wird der Chef der belgischen Tochter Base, Stan Miller, auch für die deutsche E-Plus zuständig sein. E-Plus-Chef Uwe Bergheim sieht sich dadurch aber nicht entmachtet. Er habe in den vergangenen Jahren eng mit Miller zusammengearbeitet und werde dies auch weiterhin tun. Mit der Neuordnung will der Konzern besser von den Wachstumschancen in den beiden Ländern profitieren.

Bis auf den Umsatz entwickelten sich die wesentlichen Kennziffern von E-Plus rückläufig. So brach der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 15 Prozent auf 135 Mill. Euro ein. Die Zahl der Kunden stieg zwar um 140 000 auf 9,65 Millionen. Das Wachstum blieb damit aber weit hinter dem Vorjahreswert zurück. Die Entwicklung werde im laufenden Quartal nicht besser als im ersten sein, sagte Scheepbower. E-Plus ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands, allerdings mit großten Abstand zu den Marktführern T-Mobile und Vodafone.

E-Plus-Chef Bergheim begründete den Kundenrückgang mit der Fokussierung auf profitablen Vertragskunden, deren Anteil am Kundenbestand sich deutlich erhöht habe. Von inaktiven Prepaid-Kunden haben sich E-Plus im ersten Quartal getrennt, sagte er. Thijs Berkelder, Analyst bei Petercam, äußerte sich kritisch über das Deutschland-Geschäft: Offenbar laufe das Geschäft nicht so gut, was sich dran zeige, dass Base-Chef Miller die Verantwortung für E-Plus übernehme, sagte Berkelder.

In den ersten drei Monaten sank der KPN-Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) auf um elf Prozent auf 1,094 Mrd. Euro. Der Nettoumsatz ging leicht auf 2,838 (Vorjahr: 2,868) Mrd. Euro zurück und der Überschuss sank auf 273 (414) Mill. Euro. Die Verschuldung drückte KPN um eine halbe Milliarde Euro auf 7,4 Mrd. Euro. Das Ergebnis sei leicht schwächer als erwartet, sagte Analyst Berkelder.

Für das laufende Jahr rechnet KPN-Chef Scheepbower weiter mit einem Rückgang des Ebitda im hohen einstelligen Prozentbereich, während der Umsatz stabil bleiben soll. KPN hat auf seinem Heimatmarkt mit einer verschärften Konkurrenz zu kämpfen. Die KPN-Aktie fiel am Dienstag bis zum frühen Nachmittag um 2,3 Prozent auf 6,34 Euro - dem tiefsten Stand seit November des vergangenen Jahres.

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