Kreditwürdigkeit
Schlechtere Noten mit Folgen

Den Kapitalmärkten machen die Akquisitionspläne der Deutschen Telekom Sorgen: Die beiden Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s haben die Kreditwürdigkeit der Telekom heruntergestuft. Die schlechtere Bewertung des Konzerns ist aus zwei Gründen ärgerlich.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Auslöser für die Herabstufung war die Beteiligung an dem griechischen Telekomanbieter OTE, den die Telekom vor wenigen Tagen bekanntgegeben hatte. Sie gibt 3,2 Mrd. Euro für ein Viertel an OTE aus. Die T-Aktie rutschte am Dienstag knapp zwei Prozent und damit stärker als der Gesamtmarkt ab.

Das schlechtere Rating ist für den Konzern aus zwei Gründen ärgerlich: Zum einen verteuert es Kredite, die die Telekom künftig aufnehmen will, sowie Anleihen, die heute bereits laufen. Zum anderen ist es in der anstehenden Konsolidierung der Branche ein schlechtes Zeichen, dass die Agenturen die Telekom abstrafen, obwohl das Bonner Unternehmen noch gar nicht in großem Stil zugekauft hat. Die 3,2 Mrd. Euro für OTE sind für die Telekom kein großer Brocken - der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Barmittelüberschuss (Free Cash-Flow) von 6,5 Mrd. Euro.

Die Herabstufung kommt zwar nicht völlig überraschend - die Telekom stand bei den Agenturen bereits auf der Beobachtungsliste. Es sei aber kein gutes Zeichen, dass das schlechtere Rating schon jetzt vorgenommen werde, sagt ein Branchenkenner: "Dadurch wird die Luft für weitere Züge ziemlich dünn. Das ist schlecht, weil die Konsolidierung der Branche gerade erst begonnen hat."

In dieser Marktbereinigung steht Telekom-Chef René Obermann ohnehin unter großem Druck. Experten werfen ihm vor, bislang zu zögerlich zugekauft zu haben. Selbst aus dem Umfeld des Hauptaktionärs, aus dem Finanzministerium, ist zu hören, dass Berlin bald eine große Akquisition sehen will. Die Telekom wächst derzeit nur im Ausland. Auf dem schwierigen deutschen Markt schrumpft sie.

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