IT + Medien

_

Kreise: Telekom bringt Firefox-Smartphones nach Deutschland

Offiziell herrscht bei der Telekom Ruhe zu dem Thema, doch Branchenkenner sehen die günstigen Smartphones mit Firefox-Betriebssystem schon auf deutschen Ladentheken liegen. In Polen werden die Geräte heute vorgestellt.

Ein Smartphone mit Firefox-Betriebssystem. Kreisen zufolge kommen die Geräte via Congstar auf den deutschen Markt. Quelle: dpa
Ein Smartphone mit Firefox-Betriebssystem. Kreisen zufolge kommen die Geräte via Congstar auf den deutschen Markt. Quelle: dpa

BerlinDie Deutsche Telekom will die günstigen Smartphones mit dem Firefox-Betriebssystem auch in Deutschland auf den Markt bringen. Ein Telefon, das am Donnerstag für Polen vorgestellt wird, soll hierzulande über die Zweitmarke Congstar vertrieben werden, wie die dpa aus Branchenkreisen erfuhr. Die Telekom wollte die Informationen nicht kommentieren.

Anzeige

Das Firefox-System stammt wie der gleichnamige beliebte Web-Browser von der Mozilla-Stiftung. Die Entwickler wollen damit eine Alternative zu Plattformen wie Apples iOS, Googles Android oder Windows Phone von Microsoft anbieten. Das System ist quelloffen und die Anwendungen laufen komplett aus dem Netz. Der Firefox-Entwickler Mozilla arbeitet bereits seit Herbst 2011 daran.

Android, Apple und die anderen

  • Android

    Das Google-Betriebssystem ist in wenigen Jahren zur meistgenutzten Plattform im Smartphone-Markt aufgestiegen. 2013 lief nach Zahlen der Marktforscher von Gartner auf 78,4 Prozent aller Computer-Telefone Android. Das Erfolgsgeheimnis: Google bietet Android den Geräte-Herstellern kostenlos an und lässt sie die Software auch anpassen. Samsung, HTC, LG, Sony – die meisten Handy-Produzenten setzen auf die Google-Plattform. Der Internet-Konzern will dabei an Werbeeinnahmen verdienen. Allerdings steht Android auch im Visier besonders vieler Patentklagen. Zudem nutzen viele chinesische Hersteller das System, ohne die Google-Dienste einzubinden.

  • Apple iOS

    Smartphones gab es auch schon bevor 2007 das iPhone vorgestellt wurde – doch erst mit dem Apple-Telefon mit seinem großen Bildschirm begann der wirkliche Siegeszug der Computertelefone. Apple hielt mit seiner iOS-Plattform zuletzt laut Gartner 15,6 Prozent am Smartphone-Markt, heimst jedoch einen beträchtlichen Teil der Gewinne ein, da die gesamte Kette von Geräteentwicklung bis hin zum App Store für passende Programme in der Hand des Konzerns liegt. Allerdings hat Samsung mit seiner breiten Produktpalette den Konzern aus Kalifornien inzwischen abgehängt.

  • Windows Phone

    Microsoft würde sein mobiles Betriebssystem Windows Phone gern als dritte starke Kraft im Smartphone-Geschäft etablierten, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Bündnis mit dem einstigen Handy-Weltmarktführer Nokia soll es richten, die Finnen installieren die Software auf ihren Smartphones und wollen die Gerätesparte ganz an Microsoft verkaufen. 2013 stieg der Marktanteil von 2,5 auf 3,2 Prozent – damit ist zumindest Blackberry abgehängt.

  • Blackberry

    Lange Zeit war Blackberry Managers Liebling – doch diese Zeiten sind vorbei. Die Verkaufszahlen sind 2013 abgestürzt, der Marktanteil ist auf 1,9 Prozent gefallen. Tendenz: weiter schrumpfend.

  • Sonstige Betriebssysteme

    Für den Rest bleibt nicht viel übrig: Betriebssysteme wie das von Samsung entwickelte Tizen oder Firefox OS kamen 2013 zusammen auf nur 0,9 Prozent.

Derzeit kommen erste Telefone in verschiedenen Ländern auf den Markt, ein Schwerpunkt liegt dabei auf Südamerika. Als erstes Gerät startete das Modell ZTE Open von Telefonica Anfang Juli zum Preis von 69 Euro in Spanien. Die Telekom will ihre Firefox-Gerät für Polen am Donnerstagnachmittag vorstellen.

  • 11.07.2013, 11:03 Uhrhafnersp

    PS: auch auf dem PC daheim könnte man mal (wenigsten parallel zu Windows) Linux aufspielen und mal testen. Das geht mittlerweile recht komfortabel, z.B. mit einer Ubuntu-Distribution und darüberhinaus ist es auf alter Hardware wesentlich schneller als Windows (das hmmm seltsamerweise irgendwie zunehmend "altert", so daß man alle ca. 3-5 Jahre einen schnelleren PC braucht).

  • 11.07.2013, 11:00 Uhrhafnersp

    das heißt natürlich "castle" - wie konnte ich mich nur bei so einem wichtigen Wort vertippen!

  • 11.07.2013, 10:58 Uhrhafnersp

    Sehr schön. Quelloffen (open source). Damit ist den NSAs dieser Welt, zumindest was die Software angeht, enge Grenzen gesetzt.
    Jetzt bräuchte man nur noch eine komplett "quelloffene" Hardware (dh. so etwas wie "open source chips") und dann ist zumindest wieder "my home is my casle" und man muß sich nur noch um die Schnüffelei außerhalb, im Netz, Sorgen machen.
    Naja, man wird ja wohl träumen dürfen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Meldepflicht in USA versäumt: Honda gibt 1729 schwere Unfälle zu

Honda gibt 1729 schwere Unfälle zu

Der Skandal um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata rückt auch den Autobauer Honda ins Visier der US-Behörden. Viele Unfälle mit Verletzten oder Toten meldete die Firma nicht - und muss das nun erklären.

Kapitalerhöhung: Neue Aktien erhöhen Wert von Telekom Austria

Neue Aktien erhöhen Wert von Telekom Austria

Anfang November hat die Telekom Austria eine Kapitalerhöhung angekündigt. Nun wird es konkret: In einer Pflichtmitteilung gibt das Unternehmen bekannt, wie viele Aktien es geben wird - und was dadurch in die Kasse kommt.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer