Kriselnder Fernsehbauer
Seehofer sichert Loewe Staatshilfe zu

Dem angeschlagenen Multimedia-Hersteller Loewe sagt Bayerns Ministerpräsident finanzielle Unterstützung zu. Die Landesregierung hofft auf ein zukunftsfähiges Konzept – und auf den Erhalt von Arbeitsplätzen.
  • 11

MünchenBayern hat dem schwer angeschlagenen Fernseherbauer Loewe Finanzhilfen in Aussicht gestellt. „Die bayerische Staatsregierung ist bereit, ein zukunftsfähiges Konzept mit einem neuen Investor über eine Staatsbürgschaft zu unterstützen“, sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Dienstag in Kronach. Dort waren zuvor Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Finanzminister Markus Söder (CSU) mit dem Loewe-Vorstand zusammengekommen. Die Bewältigung von Altlasten soll allerdings allein Sache des Unternehmens bleiben.

Loewe hat im Juli Gläubigerschutz beantragt und sucht in seinem Überlebenskampf händeringend nach einem Geldgeber. Kürzlich präsentierten die Frankenwälder die chinesische Hisense als neuen Partner. Geld wollen die Asiaten aber nicht lockermachen. Sollte sich bis Mitte Oktober kein Investor gefunden haben, ist das Traditionsunternehmen ruiniert. Ein Firmensprecher begrüßte das Signal der Politik. Gemeinsam mit Regierung und Banken werde Loewe eine Lösung für seine Existenzprobleme finden. Das Unternehmen sei zuversichtlich, die Finanzierung bis zum Einstieg eines Investors zu stemmen.

Für die strukturschwache Region im Nordosten Frankens wäre ein Loewe-Kollaps ein harter Schlag. Loewe beschäftigt dort noch knapp 800 Mitarbeiter und ist einer der wenigen großen Arbeitgeber in der Gegend. Das Verschwinden der Textil- und Porzellanindustrie hat Oberfranken seit der Wende bereits schwer zugesetzt. Während der Großraum München ungebrochen boomt, sind die Landstriche zwischen Coburg, Hof und Wunsiedel von Abwanderung und Überalterung geplagt. Wenige Wochen vor den Land- und Bundestagswahlen gibt sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer fürsorglich. „In Bayern wird keine Region im Stich gelassen“, erklärte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kriselnder Fernsehbauer: Seehofer sichert Loewe Staatshilfe zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr geehrter Herr Seehofer. Vergeuden Sie bitte keine weiteren Steuergelder. Subventionieren Sie mit Ihrem eigenen Geld unfähige Manager oder besser : geben Sie diese 50 Mio (50 000 Euro pro Mitarbeiter) als Arbeitslosenhilfe für die Überbrückung.

  • Ich finde die Diskussion über Staatshilfen in der aktuellen Situation eher kontraproduktiv.
    Hat irgendwie eher einen negativen Touch.
    Loewe hat das Zeug am Markt zu bestehen. Die Produkte sind spitze und zukunftsweisend.
    Nun haben in den letzten Jahren Fehler im Management zur Misere geführt.
    Ich denke aber trotzdem, dass es viele Interessenten für Loewe gibt und mit dem nötigen finanziellen Rückhalt auch die wirtschaftliche Situation von Loewe wieder auf ein solides Fundament gesetzt wird.

  • Mich würde interessieren, wie viele der Subventionsforderer für Loewe auch tatsächlich einen Loewe-Fernseher zu Hause haben. Wahrscheinlich nicht sehr viele, sonst währen die Subventionen gar nicht notwendig.

    Ich für meinen Teil finde es sehr begrüßenswert, dass sich unser Wirtschaftsminister nicht für so einen marktverzerrenden und für den Steuerzahler kostenintensiven Quatsch wie Subventionen einsetzt. Von Horst Seehofer habe ich nicht mehr wirtschaftspolitischen Verstand erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%