Kritik an Abwehrstrategie
Investoren steigern Druck auf Yahoo

Die Großaktionäre sind unzufrieden mit der Strategie, die Gewinne sinken: Chef Jerry Yang gerät immer stärker unter Druck. Der Konkurrent und Beinahe-Käufer Microsoft umwirbt derweil die Mitarbeiter des Internet-Konzerns.

DÜSSELDORF. Yahoo-Chef Jerry Yang gerät immer stärker unter Druck der eigenen Aktionäre, eine Übernahme durch Microsoft zu akzeptieren. Mehrere institutionelle Investoren forderten Yang gestern auf, sich mit dem Konkurrenten an einen Tisch zu setzen, anstatt weiter nach Alternativen zu suchen. Das Angebot Microsofts von 31 Dollar pro Aktie sei besser für die Aktionäre als alle anderen Lösungen, die das Yahoo-Management derzeit diskutiere.

Die Unternehmensspitze hatte die Microsoft-Offerte als zu niedrig abgelehnt. Yang sucht seit dem Bekanntwerden der Übernahme-Offerte Anfang Februar unter Hochdruck nach einem Ausweg – bislang ohne greifbare Ergebnisse. Zuletzt verhandelte er Berichten zufolge mit dem Medienunternehmer Rupert Murdoch über eine Kooperation, die diesem rund 20 Prozent der Anteile an Yahoo bringen würde. Daneben war auch eine Zusammenarbeit mit Google beim Suchmaschinengeschäft im Gespräch.

Viele Investoren reagieren auf die erfolglose Suche mittlerweile ungehalten: „Keine dieser Alternativen wird auch nur annähernd so viel Wert schaffen wie das Angebot von Microsoft“, sagte Darren Bagwell zu der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bagwell ist Vermögensverwalter beim Yahoo-Großaktionär Thrivent Asset Management: „Mein Geduldsfaden ist schon vor langer Zeit gerissen.“

Zwei Pensionsfonds aus Detroit, die Anteile an dem Internetkonzern halten, reichten zudem Klage gegen den Vorstand ein. In der Begründung heißt es, das Yahoo-Management widersetze sich „aus persönlicher Abneigung“ gegen das Angebot Microsofts. Die Suche nach anderen Partnern vernichte aber Wert und schade damit den Interessen der Aktionäre.

Die Kläger kritisierten auch die geplanten hohen Abfindungen für Yahoo-Mitarbeiter, die nach der Übernahme ihren Job verlieren. Diese Maßnahme diene lediglich dazu, das Unternehmen für Microsoft unattraktiv zu machen. Vor einigen Wochen hatte bereits ein weiterer Pensionsfonds geklagt. Andere Aktionäre bezweifelten, dass Yang den Wert des Unternehmens eigenständig steigern kann. Der Firmengründer war im vergangenen Juni an die Spitze des Unternehmens zurück gekehrt, hatte die Talfahrt aber nicht stoppen können. Yahoo verzeichnete acht Quartale in Folge sinkende Gewinne. Vor dem Übernahmeangebot hatte sich der Aktienkurs innerhalb von zwei Jahren fast halbiert. Das Unternehmen verliert besonders im Suchmaschinengeschäft immer mehr Boden auf den Rivalen Google.

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