Kritik an neuer Langfriststrategie: Telekom-Chef enttäuscht die Kapitalmärkte

Kritik an neuer Langfriststrategie
Telekom-Chef enttäuscht die Kapitalmärkte

Den Investoren geht die Strategie des neuen Telekom-Chefs René Obermann nicht weit genug. Vor allem in Hinblick auf den Personalabbau und die Senkung der Kosten zeigten sich zahlreiche Experten enttäuscht.

DÜSSELDORF. „Der Markt war sehr enttäuscht, dass Obermann nicht den großen Wurf präsentiert hat, den viele erwartet haben“, sagt Andreas Mark, Fonds-Manager von Union Investment. „Er hat zahlreiche taktische Maßnahmen präsentiert, die zum Teil nur kosmetisch sind – etwa die Reduzierung der Markenvielfalt.“ Die Investmentbanken Morgan Stanley und Merrill Lynch stuften die T-Aktie herunter. Der Kurs des Papiers fiel am Freitag erneut um über zwei Prozent, nachdem er bereits am Vortag vier Prozent nachgegeben hatte.

Am Donnerstag hatte Obermann sein mit Spannung erwartetes neues Programm vorgestellt, um die Deutsche Telekom aus der Krise zu führen. So will er in Deutschland einen weiteren Rückgang des Gewinns stoppen, indem er die Kosten senkt, das Service-Personal aus dem Unternehmen in neue Gesellschaften ausgliedert und die Markenvielfalt reduziert. Wachsen soll die Telekom künftig durch Zukäufe im Ausland. Darin sehen Analysten von Merrill Lynch jedoch ein Risiko und empfehlen den Anlegern, die Aktie zu verkaufen.

Am meisten hat die Börse an Obermanns Plänen aber enttäuscht, dass er keine ambitionierteren Ziele für einen weiteren Personalabbau sowie zur Senkung der Kosten vorgestellt hat. „Wir haben schon erwartet, dass er die Kosten stärker reduzieren will“, sagt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS). „Aber er hat nur die Ziele bestätigt, die sein Vorgänger Ricke schon genannt hat.“ Kai-Uwe Ricke war Ende vergangenen Jahres zum Rücktritt gedrängt worden, weil die Anteilseigner ihm nicht mehr zutrauten, dass er die Telekom zurück auf den Wachstumspfad führen kann.

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