Kronen-Zeitung
Machtverschiebung bei Österreichs führendem Boulevardblatt

Bei der „Kronen-Zeitung“ verschieben sich die Machtverhältnisse zwischen den Gesellschaftern: Durch die Kündigung von Sonderrechten soll der Teil, der der Essener Funke-Gruppe gehört, erheblich an Wert gewonnen haben.
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DüsseldorfBei der in Österreich erscheinenden „Kronen-Zeitung“, dem mit einer verkauften Auflage von 800.000 Exemplaren führenden Boulevardblatt des Landes, verschieben sich die Gewichte zwischen den Gesellschaftern. Das berichtet das Handelsblatt in seiner Montagsausgabe. Die „Kronen-Zeitung“ gehört jeweils zur Hälfte der österreichischen Verlegerfamilie Dichand und der Essener Funke Mediengruppe („WAZ“, „Hamburger Abendblatt“).

1987, beim Einstieg der Westdeutschen, die damals noch als WAZ-Gruppe firmierten, sicherten sich die Dichands Sonderrechte wie eine jährliche Garantieausschüttung sowie die verlegerische Führung. Die Verträge über diese Sonderrechte hat Funke nun gekündigt. Das Verhältnis der Essener zu den Dichands gilt schon seit langem als zerrüttet. Verhandlungen über einen Verkauf der Funke-Anteile an die Österreicher scheiterten immer wieder an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Durch die Kündigung der Sonderrechte dürfte der Anteil der Deutschen, der sich zwischen 100 und 150 Millionen Euro bewegen soll, erheblich an Wert gewonnen haben. In Verlagskreisen gilt es als nicht ausgeschlossen, dass nun womöglich die Dichands ihren Anteil an Funke verkaufen. Die „Kronen-Zeitung“ soll jährlich 260 Millionen Euro erlösen. Sie gilt in Österreich als politisch sehr einflussreich.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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