Künftig fünf Unternehmenseinheiten
Ricke baut die Telekom um

Der Vorstand der Deutschen Telekom hat einen Umbau des Konzerns beschlossen. Die Zahl der Vorstandsposten wird von derzeit sieben auf sechs verringert. Statt vier gibt es künftig fünf Unternehmenseinheiten. Das erfuhr das Handelsblatt aus Führungskreise der Telekom.

DÜSSELDORF. Damit will Vorstandschef Kai-Uwe Ricke die Probleme lösen, die die Rivalitäten zwischen den vier Konzernsparten Festnetz (T-Com), Mobilfunk (T-Mobile), Internet (T-Online) und IT-Dienste (T-Systems) mit sich bringen. Bei der derzeitigen Struktur mit weitgehend unabhängig voneinander agierenden Sparten stellt jeder Vorstand eigene Interessen in den Vordergrund – ohne Blick auf den Konzern. „Die Säulen agieren sehr unkoordiniert, zum Schaden des Gesamtunternehmens“, sagte ein führender Manager. „Das wird durch die neue Struktur abgestellt.“ Sie gilt ab 2005.

Vor allem zwischen den Sparten Festnetz und Internet ist es in den vergangenen Monaten zu Machtkämpfen gekommen – etwa über die Zuständigkeit für Produkte wie drahtlose Internetzugänge (W-Lan) und eine Internet-Musikplattform. Ähnliches gilt für die Divisionen Festnetz und IT-Dienste. Beim Anwerben von Geschäftskunden kommen sich diese Bereiche häufig in die Quere.

Das Problem will Ricke jetzt mit der neuen Unternehmenseinheit „Flächenvertriebe Deutschland“ lösen. Darin werden Teile von T-Systems und von T-Com gebündelt. Die neue Division wird sich ausschließlich um Geschäftskunden kümmern. Der Konzern will so Marktanteile bei kleinen und mittleren Unternehmen zurückgewinnen. Für die T-Com bleibt dann das Privatkundengeschäft übrig, für T-Systems die 60 größten Geschäftskunden.

Diese neue Struktur wird voraussichtlich auch Konsequenzen für den Vorstand haben. Die bisherigen Unternehmenssparten und ihre Chefs werden künftig nicht mehr alle in der obersten Telekom-Etage vertreten sein. Es wird dort neben dem Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke, Karl-Gerhard Eick für Finanzen und Heinz Klinkhammer für Personal nur noch drei weitere Vorstandsposten geben – für die Bereiche Geschäftskunden, Mobilfunk und Breitband/Festnetz, die künftig das Wachstum des Konzerns antreiben sollen (siehe Grafik). Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld haben Konrad Reiss, bisher Chef der Sparte IT-Dienste, und René Obermann, Chef der Mobilfunktochter, die besten Karten, im Vorstand zu bleiben und die strategischen Wachstumsfelder Geschäftskunden und Mobilfunk zu verantworten.

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