Künstliche Intelligenz Lenovo-Chef plant Angriff auf Branchengrößen

Bisher schreibt die Mobil-Sparte von Lenovo rote Zahlen. Trotzdem hat das Unternehmen nun angekündigt, die Branchenriesen 2017 angreifen zu wollen. Möglich machen soll das vor allem der zugekaufte US-Konzern Motorola.
Update: 21.11.2016 - 13:16 Uhr Kommentieren
Im abgelaufenen Quartal verzeichnete die Mobil-Sparte des weltgrößten PC-Herstellers Lenovo einen operativen Verlust von 156 Millionen US-Dollar. Trotz dieser Zahlen will das Unternehmen 2017 die etablierten Smartphone-Produzenten angreifen – mit Hilfe des US-Zukaufs Motorola. Quelle: AP
Zuversicht trotz roter Zahlen

Im abgelaufenen Quartal verzeichnete die Mobil-Sparte des weltgrößten PC-Herstellers Lenovo einen operativen Verlust von 156 Millionen US-Dollar. Trotz dieser Zahlen will das Unternehmen 2017 die etablierten Smartphone-Produzenten angreifen – mit Hilfe des US-Zukaufs Motorola.

(Foto: AP)

MünchenDer weltgrößte PC-Hersteller Lenovo will im Zukunftsgeschäft mit vernetzter Technik auf Basis künstlicher Intelligenz in einer Liga mit Apple, Google und Amazon spielen. „Wir haben den Plan, viele solche smarten Geräte zu entwickeln, die Leute zu Hause, im Büro oder unterwegs nutzen können“, sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Künstliche Intelligenz wird in allen Geräten sein, auch PCs und Smartphones.“

In der Branche zeichnet sich derzeit ein Trend ab, dass verschiedene Geräte vom Smartphone bis zum vernetzten Lautsprecher auf die Rolle eines Portals für den Zugang zu Diensten im Netz auf Basis künstlicher Intelligenz reduziert werden. Dabei setzen die Cloud-Anbieter auch verstärkt auf eigene Endgeräte.

So ist Amazon erfolgreich mit dem vernetzten Lautsprecher Echo, Google brachte gerade das Konkurrenz-Gerät Home heraus und gilt mit seiner persönlichen Assistenten auf Basis künstlicher Intelligenz als besonders stark.

Lenovo wolle sich in dieser neuen Welt als neutraler Geräte-Anbieter positionieren, sagte Yang Yuanqing. „Ich denke, jede Familie wird viele smarte Geräte haben, die mit Google verbunden sind, aber auch mit Amazon oder Facebook.“

Im Smartphone-Markt will Lenovo im kommenden Jahr zum Angriff übergehen. Dann werde der chinesische Konzern die Integration des US-Zukaufs Motorola abschließen, unter die fünf weltweit größten Anbieter zurückkehren und auch wieder Geld in dem Geschäft verdienen, kündigte Yang Yuanqing an.

Das sind die häufigsten Smartphone-Sünden
Deutschland, deine Smartphone-Sünder
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Smartphone-Sünden: Jeder kennt sie. Das Handy nicht auf lautlos geschaltet, auch während der Verabredung nur „ganz kurz“ auf bei WhatsApp antworten, am Steuer schnell noch eine SMS lesen. Eine Forsa-Umfrage hat die Deutschen befragt, ob und in welchem Kontext sie die meisten Smartphone-Sünden begehen, sortiert nach Alter und Geschlecht. Erstaunlich: Rund 27 Prozent der Befragten, die vierthöchste Zahl im Ranking, will angeblich noch nie Smartphone-Sünden begangen haben. Die Zahl relativiert sich etwas beim Blick auf die Details: So ist die größte Gruppe unter den Sündenlosen mit 49 Prozent die der über 60jährigen. Aber auch acht Prozent der 18 bis 29jährigen begeht angeblich nie einen Verstoß gegen die Smartphone-Etikette. Bei Männern (26 Prozent) und Frauen (28 Prozent) ist das Bild ausgeglichen. Bleibt die Frage: Wo sündigen die übrigen 73 Prozent besonders oft?

Quelle: Forsa

Platz 9: Im Kino Nachrichten checken
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Hierzu lassen sich immerhin die Wenigsten hinreißen – sechs Prozent der Befragten aber können selbst im Kino nicht vom Smartphone lassen. Dabei gilt: Je älter die Altersgruppe, desto besser widersteht sie dem Griff zum Handy. Selbst bei der Ü60-Fraktion aber schauen noch zwei Prozent auch im Lichtspielhaus mal kurz, ob wer geschrieben hat. Bei den 45-59-Jährigen sind es drei Prozent, schon sieben Prozent bei den 30- bis 44-Jährigen. Den Löwenanteil machen wie fast überall die 18- bis 29-Jährigen: 15 Prozent von ihnen können auch im Kinosaal nicht vom Smartphone lassen. Bei den Sündern gibt es etwas mehr Männer (7 Prozent) als Frauen (5 Prozent).

Platz 8: Smartphone noch vor Erlöschen des Anschnall-Zeichens eingeschaltet
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„Flugangst“ scheint für neun Prozent der Deutschen zu bedeuten, im Flugzeug das Handy nicht benutzen zu dürfen. Diese neun Prozent jedenfalls haben ihr Smartphone schon wieder an, noch bevor das Anschnall-Zeichen wieder erloschen ist. Frauen (10 Prozent) haben es dabei noch etwas eiliger als die Männer (8 Prozent). Die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen dominiert hier klar, sie stellen 19 Prozent der Sünder.

Platz 7: Im Restaurant telefoniert
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Ebenfalls neun Prozent haben kein Problem unter „Tischkonversation“ auch ein Gespräch zu zählen, dass man mit einer nicht anwesenden Person per Telefon führt. Männer und Frauen greifen dabei gleich oft zum Hörer (9 Prozent). Die größten Sünder sind diesmal allerdings nicht die 18- bis 29-Jährigen (10 Prozent), sondern die 30- bis 44-Jährigen mit 12 Prozent.

Platz 6: Bei Geschäftsterminen E-Mails auf dem Handy lesen
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Die Unglückszahl: 13 Prozent der Befragten geben zu, auch während offizieller Termine den Blick ins E-Mail-Fach nicht lassen zu können. Männer (14 Prozent) haben dabei knapp die Nase vorn (Frauen kommen auf 12 Prozent). Bei den Altersgruppen liegen die 18- bis 29-Jährigen und die 30- bis 44-Jährigen (beide 16 Prozent) gleichauf, die über 60-Jährigen (10 Prozent) platzieren sich noch vor den 45- bis 59-Jährigen (9 Prozent).

Platz 5: Handy im Wartezimmer nicht lautlos
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Eine Sünde, die mehr auf Vergesslichkeit denn auf Mutwillen beruht: Im Wartezimmer vergessen 23 Prozent, das Handy stumm zu schalten. Frauen (26 Prozent) passiert das deutlich öfter als Männern (19 Prozent). Diesmal macht die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen die kleinste Fraktion aus (14 Prozent), besonders vergesslich sind die 45- bis 59-Jährigen (28 Prozent), gefolgt von den über 60-Jährigen (24 Prozent) und der Fraktion 30 bis 44 Jahre (23 Prozent).

Platz 4: Beim Autofahren Nachrichten checken
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Handy am Steuer? Für 24 Prozent der Befragten kein Problem – zumindest kein großes, denn sie alle hatten das Telefon schon mal während der Fahrt in der Hand. Männer (25 Prozent) sehen das Sicherheitsrisiko Multitasking im Straßenverkehr etwas gelassener als Frauen (23 Prozent). Die Sorglosesten macht dabei die Fraktion der 18- bis 29-Jährigen (49 Prozent) aus. Von Altersgruppe zu Altersgruppe nimmt die Anzahl der Menschen die glauben, problemlos gleichzeitig auf ihr Handy und die Straße achten zu können, dann kontinuierlich ab: Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es noch 36 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen 19 und bei den über 60-Jährigen nur noch fünf Prozent.

Er räumte Schwierigkeiten bei der Einbindung von Motorola ein: „Die Integration lief nicht so glatt wie wir erwartet haben.“ Aber er glaube an den Wert von Motorola, das Lenovo eine starke Marke in westlichen Ländern gebe. Damit könne der Konzern auch die beiden größten Smartphone-Anbieter Samsung und Apple angreifen. „Wenn es eine Marke gibt, die die beiden Top-Player herausfordern kann, gehört Lenovo dazu“, sagte Yang Yuanqing. Er sei überzeugt, dass Lenovo effizienter als Samsung und Apple sei.

Der Lenovo-Chef geht auch davon aus, dass sein Unternehmen von Samsungs Akku-Debakel beim Galaxy Note 7 mit Marktanteil-Gewinnen profitieren kann. In den vergangenen Quartalen war Lenovo aus der Top 5 der Smartphone-Branche von im Westen kaum bekannten Firmen wie Oppo, Vivo oder BBK verdrängt worden. Sie hätten aber nicht die Voraussetzungen für eine internationale Expansion, sagte Yang Yuanqing.

Google mit seinem neuen „Pixel“-Smartphone mit integriertem virtuellem Assistenten betrachtet der Lenovo-Chef als nur einen von vielen Konkurrenten. „Ich denke, ihre Kompetenz liegt in anderen Bereichen als bei einem Geräte-Spezialisten.“ Software sei ein völlig anderes Geschäft: „Man muss sich keine Gedanken über Lagerbestände machen, oder über die Balance zwischen Nachfrage und Angebot. Für uns gehört das zum Kerngeschäft.“

Lenovo ist die Nummer eins im PC-Markt vor Hewlett-Packard und Dell und kaufte vor zwei Jahren Google den Handy-Pionier Motorola ab, um auch bei Smartphones durchzustarten. Doch die Sanierung des Zukaufs bringt dem Konzern immer noch rote Zahlen. Im vergangenen Quartal verbuchte die Mobil-Sparte einen operativen Verlust von 156 Millionen Dollar (147 Millionen Euro).

Das war immerhin ein besseres Ergebnis als das Minus von 217 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Lenovo betonte, dass der Motorola-Absatz mit dem Start neuer Modelle binnen drei Monaten um 40 Prozent gestiegen sei.

Im schrumpfenden PC-Geschäft will Lenovo seine Führungsposition weiter ausbauen. Das Ziel, den Marktanteil von derzeit gut 20 Prozent auf 30 Prozent zu steigern, habe er weiter im Blick, betonte Yang Yuanqing. In der Branche wird damit gerechnet, dass kleinere Anbieter in dem harten Markt das Handtuch werfen könnten und Lenovo wird unter anderem als möglicher Käufer für das Geschäft von Fujitsu gehandelt.

  • dpa
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