Kurs-Drama
Hedge-Fonds schießen bei Balda nach

Die Großaktionäre des ostwestfälischen Handy-Zulieferers Balda wetten fast 70 Millionen Euro auf den Erfolg des Unternehmens. Der taiwanesische Geschäftspartner von Balda, Michael Chiang und drei Hedge-Fonds haben am Freitagabend den Absturz der Balda -Aktie gestoppt und den Kurs wieder nach oben schnellen lassen.

DÜSSELDORF. Die Aktionäre des Handy-Zulieferers Balda erleben derzeit ein extremes Wechselbad. Donnerstagabend gab das ostwestfälische Unternehmen eine Kapitalerhöhung im Bezugsverhältnis 7:1 bekannt. Die Reaktion war verheerend. Investoren sprachen von einem "Schlag ins Gesicht“, Analysten stuften die Aktie herunter und warfen dem Balda -Management Wortbruch vor.

"Balda hat im Conference Call am 31. Oktober mehrmals ausgeschlossen, dass es eine Kapitalerhöhung gibt“, sagt Thomas Langer, Analyst bei der WestLB. "Vier Wochen später sieht die Welt komplett anders aus. Das passt einfach nicht.“

Tatsächlich widerspricht sich die Balda -Führung selbst. Vorstandschef Joachim Gut begründet die Kapitalerhöhung so: "Wir wollen Verbindlichkeiten zurückführen und uns Flexibilität für weiteres Wachstum schaffen.“ Nur vier Wochen zuvor aber sagte sein Finanzvorstand Oliver Brinkmann: "Wir haben ausreichende Kreditlinien in Asien und Europa, mehr als dreistellige Millionenbeträge – genug also für jeden Wachstumspfad.“ Brinkmann ist inzwischen ausgeschieden. Doch auch Gut sagte im Oktober zu mehrfachen Fragen nach der Liquidität: "Wir haben keine Probleme.“

Die Finanzszene reagierte auf die Widersprüche allergisch. Die WestLB senkte das Kursziel auf 7,30 Euro und riet ihren Kunden zum Verkauf. BHF-Bank -Analyst Tobias Loskamp sagte: "Das Unternehmen hat deutlich an Vertrauen verloren.“

Noch am Freitag versprach Balda Gegenmaßnahmen. "Wir nehmen die Kritik zur Kenntnis“, sagte ein Sprecher. Der Vorstand werde sich bemühen, bei der bevorstehenden Roadshow Baldas alle Missverständnisse auszuräumen.

Trotzdem blieb die Lage am Freitag zunächst düster. Der Aktienkurs brach um mehr als zwölf Prozent auf bis zu 8,76 ein, mehrere Analysten sagten, die Kapitalerhöhung werde nicht ohne Schwierigkeiten und nur bei weiteren Preisabschlägen ablaufen. Der Markt sei misstrauisch.

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