Kurs knickt nachbörslich ein
Quartalsgewinn von HP unter Erwartungen

Der US-Computer- und Drucker-Hersteller Hewlett-Packard (HP) hat im dritten Geschäftsquartal bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Der Aktienkurs des Unternehmens brach nachbörslich um acht Prozent ein.

Reuters SAN FRANCISCO. „Das dritte Quartal ist immer hart, aber wir hätten schon etwas besser abschneiden sollen“, erklärte HP-Chefin Carly Fiorina nach Vorlage der Quartalszahlen am Dienstagabend. Analysten begründeten das überraschend schwache Ergebnis mit der wachsenden Konkurrenz durch den weltgrößten PC-Hersteller Dell, der HP zu massiven Kostensenkungen zwinge. Auch für das laufende Vierteljahr sagte das Unternehmen einen Gewinn und Umsatz am unteren Ende der Expertenprognosen voraus.

Hewlett-Packard wies nach US-Börsenschluss für die drei Monate zum 31. Juli einen Netto-Gewinn von 297 Mill. Dollar aus. Das Vorjahresquartal war noch durch massive Sonderbelastungen gekennzeichnet, so dass hier Verluste über 2,03 Mrd. Dollar bilanziert worden waren. Die Umsätze stiegen im Quartal auf 17,4 (Vorjahr 16,5) Mrd. Dollar. Ohne Berücksichtigung einiger Einmalposten betrug der Gewinn 858 Mill. Dollar oder 23 Cent je Aktie. Von Reuters befragte Analysten hatten auf dieser Basis im Durchschnitt einen höheren Gewinn von 26 Cent je Aktie bei Erlösen von 17,5 Mrd. Dollar erwartet.

Analysten zeigten sich besonders von dem PC-Geschäft enttäuscht, in dem ein operativer Quartalsverlust von 56 Mill. Dollar geschrieben wurde. „Bei PCs ist HP wieder in die roten Zahlen gerutscht, was Anlass zur Sorge gibt, nachdem Dell ja ein ziemlich starkes Quartal hingelegt hat“, sagte Marty Shagrin, Branchenexperte bei Victory Capital. Dell hatte im abgelaufenen Quartal zum fünften Mal in Folge den Gewinn gesteigert und seinen Konkurrenten erneut Marktanteile abgenommen.

HP muss bei PC-Verkäufen große Preisnachlässe gewähren, um mit Dell konkurrieren zu können. Derartige Rabatte drücken Analysten zufolge bei HP stärker auf die Gewinnmargen als beim Rivalen, da Dell seine Computer direkt an die Endkunden ausliefert und daher die Preise bei Bedarf kurzfristig auch wieder nach oben anpassen kann. Bei HP gehen dagegen nur etwa 27 % der weltweiten PC-Auslieferungen direkt an den Endkunden, mehr als 70 % gehen an den Großhandel mit längerfristigen Verträgen.

Während HP auch in der Server-Sparte rote Zahlen schrieb, erzielte das Unternehmen im Drucker-Geschäftsbereich bei höheren Umsätzen einen operativen Gewinn von 739 Mill. Dollar. Dennoch kritisieren einige Branchenexperten, dass die Kosten bei HP weiter zu hoch seien. „Ein Kostenanteil im operativen Geschäft von 21 % ist angesichts der harten Konkurrenz nicht tragbar“, sagte Analyst Martin Reynolds von Gartner Inc.

Einige Analysten zeigten sich auch von dem Ausblick von HP enttäuscht. Der Computer-Konzern erwartet im Schlussquartal des Geschäftsjahres Umsätze von 18,8 bis 19,1 Mrd. Dollar und einen Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 34 bis 36 Cent. Analysten rechnen derzeit im Schnitt mit 36 Cent je Aktie Gewinn bei Umsätzen von 19,1 Mrd. Dollar. Beim Ergebnis reicht die Prognosespanne von 33 bis 38 Cent je Aktie.

Anleger warten gegenwärtig gespannt auf Anzeichen für eine Erholung der Technologiebranche, die seit mehr als zwei Jahren in einer tiefen Krise steckt, nachdem die Nachfrage eingebrochen war. Dell-Chef Michael Dell sprach vergangene Woche von ersten Signalen für eine Stabilisierung, warnte aber zugleich vor verfrühtem Optimismus. Auch Europas größter Computer-Hersteller Fujitsu Siemens<6702.T> sieht nach Angaben von Mittwoch noch keine nachhaltige Trendwende in der Branche.

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