Kursanstieg
Lichtblick für die Chipbranche

Der brutale Absturz der Chipbranche ist vorüber. Die Branchenriesen machen wieder gute Geschäfte mit Handy- und Computerherstellern und können steigende Umsätze ausweisen. Die Analysten sind bereits euphorisch - und blicken gespannt auf die anstehenden Quartalsberichte.

MÜNCHEN. Die Analysten sind geradezu begeistert: Reihenweise haben sie in den vergangenen Tagen die Aktien von Halbleiterherstellern zum Kauf empfohlen. Erst gestern hat die Bank of America Weltmarktführer Intel sowie vier andere Anbieter nach oben gestuft. Die Branche erholt sich offenbar schneller, als ursprünglich erwartet. Auslöser der überraschend guten Entwicklung der Chipindustrie sind nach Ansicht der Experten leere Lager der Kunden und eine rege Nachfrage nach Elektronik.

Alles deutet derzeit darauf hin, dass der brutale Absturz der Branche erst einmal vorüber ist. Im Mai hat sich der weltweite Halbleiter-Markt schon den dritten Monat in Folge erholt. Nach Angaben des Branchenverbands Sia ist der Umsatz im Vergleich zum Vormonat um 5,4 Prozent auf 16,5 Mrd. Dollar gestiegen.

Die Analysten von IC Insights gehen davon aus, dass sich die Erholung fortsetzt und die Umsätze im zweiten Halbjahr 2009 gegenüber den ersten sechs Monaten um 18 Prozent anziehen. Das habe saisonale Gründe, liege aber auch an einem guten Geschäft mit den Herstellern von Computern und Handys.

Der Taiwaner Chipdesigner Mediatek, einer der größten Anbieter von Halbleitern für Handys, berichtete gestern von einem Umsatzplus im zweiten Quartal. Gegenüber dem Jahresanfang haben die Taiwaner 17,5 Prozent mehr eingenommen.

Auf ein besseres Geschäft deuten auch die jüngsten Aussagen der Konkurrenten hin. Der Münchener Infineon-Konzern hat seine Erwartungen für das zweite Quartal leicht angehoben. Im Vergleich zum Vorquartal werde mit einem Umsatzanstieg gerechnet, der "knapp oberhalb" der zuletzt prognostizierten zehn Prozent liege, hieß es bei Europas zweitgrößtem Chipkonzern. Der japanische Konkurrent NEC teilte mit, im zweiten Quartal seien anderthalb Mal so viele Aufträge eingegangen wie zu Jahresbeginn.

Trotz der guten Nachrichten bricht in der Chipbranche aber längst keine Euphorie aus. Denn das Niveau ist immer noch niedrig. Laut Sia lag der Umsatz im Mai um 23,2 Prozent unter dem Vorjahreswert von 21,5 Mrd. Dollar. Die Analysten von Unicredit gehen davon aus, dass die Erlöse im gesamten Jahr um ein Fünftel unter die von 2008 rutschen. Doch das ist schon ein Fortschritt, denn bislang hatten die Banker ein Minus von 26 Prozent erwartet.

Wie es um die einzelnen Firmen wirklich steht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn die Anbieter ihre Quartalszahlen vorlegen. Branchenprimus Intel veröffentlicht seinen Bericht am kommenden Dienstag, Rivale AMD folgt am Freitag nächster Woche, Infineon Ende des Monats.

Seite 1:

Lichtblick für die Chipbranche

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%