Kurssprung an der Börse: Microsoft will angeblich Logitech schlucken

Kurssprung an der Börse
Microsoft will angeblich Logitech schlucken

Möglicher Milliarden-Deal: Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft will sich angeblich den ebenfalls führenden Computerzubehör-Hersteller Logitech einverleiben. An der Börse machte die Aktie des Schweizer Unternehmens zeitweise einen heftigen Kurssprung.

HB ZÜRICH. Schweizer Börsenhändler wollen am Donnerstag erfahren haben, dass Microsoft eine Übernahmeofferte zu 48 Franken je Aktie vorbereite und damit bereit wäre, 9,2 Mrd. Franken (5,6 Mrd. Euro) für den Zubehör-Hersteller zu bezahlen. Zudem habe Logitech angeblich eine Roadshow in Großbritannien abgesagt und soll am Nachmittag einen Pressemitteilung zu dem Thema herausgeben, so die Gerüchteküche.

Weder Logitech noch Microsoft standen unmittelbar für ein Kommentar zur Verfügung.

Andere Marktteilnehmer hielten das Gerücht für wenig glaubhaft und verwiesen auf den Einbruch des Aktienkurses von 16 Prozent seit Jahresanfang, was einige Investoren zum Einstieg genutzt hätten. Ein Händler meint, das Logitech nicht zu Microsofts Strategie passt: "Bill Gates hat doch gesagt, in fünf Jahren braucht es keine Mäuse und Tastaturen mehr".

Nach Bekanntwerden der Gerüchte schnellte die Logitech -Aktie, die einige Tage stetiger Talfahrt hinter sich hat, rund 14 Prozent nach oben und notierte am späten Vormittag noch 6,7 Prozent höher bei 37,04 Franken.

Die in der Schweiz gegründete und von Südkalifornien aus gesteuerte Logitech ist Marktführer für Computer- und Unterhaltungselektronikzubehör. Im Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende März) wurden bei knapp 2,1 Mrd. Dollar Umsatz rund 230 Mill. Dollar Reingewinn erwirtschaftet. Microsoft stellt neben den bekannten Betriebssystemen und Office-Pakten auch eigenen Mäuse und Tastaturen her, kommt damit aber nur auf ein Viertel des Logitech -Umsatzes. Allerdings brachten die Redmonder im Sommer 2006 Webcams auf den Markt, die Logitech seitdem das Leben schwermachen.

Logitech wurde vor über 25 Jahren als Startup am Genfer See gegründet. Mittlerweile hat das Management aber standesgemäß in Silicon Valley Quartier bezogen. Anfang des Jahres hatte der langjährige Logitech -CEO Guerrino De Luca seinen Rückzug auf das Amt des Verwaltungsratspräsidenten angekündigt. Neuer Mann am Steuer ist der ehemalige Kodak -Manager Jerry Quindlen.

Derzeit gehört Logitech mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 mit zu den teuersten Titeln im europäischen Dow-Jones -Technologieindex, der ein durchschnittliches Verhältnis von knapp 15 aufweist.

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