Kurzmitteilungen auf dem Vormarsch
Werbung per SMS: Burger-News sind heiß begehrt

Jung, flexibel, trendbewusst, mobil – so lässt sich die Handy-Generation von heute beschreiben. Für die Werbeindustrie eine perfekt umrissene Zielgruppe, dazu immer und überall erreichbar. Hinzu kommt, dass Kunden laut einer Studie im Auftrag von Ericsson und Mediatude sogar positiv auf SMS-Werbung reagieren.

DÜSSELDORF. McDonalds verschickt seit neuestem aktuelle Burger-News an eine sechsstellige Kundenzahl, das Big-Brother-Team unterstützt seine Pressearbeit mit Nachrichten rund um die Sendung. Ob’s was bringt? ”Unseren Erfolg können wir nur schwer messen”, sagt Mathias Bellinghausen, der den SMS-Presse-Dienst der Container-Bewohner betreut. Gemacht wird’s trotzdem – man setzt auf vielfältige Kommunikationswege. Demnächst sollen auch Gewinnspiele übers mobile Telefon laufen. ”Wir sehen den Vorteil, dass wir durch den Service einen direkten Zugang zu unseren Kunden bekommen”, erläutert Frank Bleker, Pressesprecher von McDonalds.

Bernd Mielke, Produkt Marketing Manager bei Materna (Informations- und Kommunikationstechnologie), ist fest davon überzeugt, dass SMS-Nachrichten trotz aller Konkurrenz durch Entwicklungen im Bereich ”mobiles Internet” eine Zukunft haben. ”Short Message Service ist unglaublich einfach zu bedienen. Das ist ein großer Vorteil”, meint Mielke. ”Ein Klick und schon ist die Meldung auf dem Display.”

Meterna bietet Kurznachrichtendienste unter dem Namen ”Anny Way” an. Per “Anny Way” werden monatlich mehr als 400 Mill. Kurznachrichten verschickt – ein Großteil davon sind Massen-Nachrichten, die etwa 10 Pfennig pro Stück kosten. ”Eine zweite Variante, die für Firmen interessant ist, sind gesponsorte Kurzmitteilungen”, ergänzt Mielke. Statt einer kompletten Nachricht steht unter einer privaten Botschaft lediglich der Name des Sponsors. ”Heute bieten zahlreiche Firmen solche Dienste auf ihren Homepages an”, weiß der Materna-Produktmanger.

Individuelle Werbebotschaften per SMS

Doch nicht immer lohnt sich der Service: ”Die Barmenia-Versicherung zum Beispiel hat ihren SMS-Dienst im Internet wieder eingestellt. Obwohl durchaus mehr Verträge abgeschlossen wurden, konnten die Kosten für die Kurzmitteilungen nicht eingeholt werden.” Um solche Streuverluste zu reduzieren, stellt die Bertelsmann-Tochter Bemobile in dieser Woche auf der Cebit individuelle Werbemöglichkeiten per SMS vor: Dabei können Unternehmen die Profile ihrer Nutzergruppen definieren und passende Werbebotschaften an Nachrichten anfügen.

In naher Zukunft werden die bislang noch völlig unformatierten Kurzmitteilungsdienste auch optisch aufgemöbelt. ”Die neuen Varianten gehen mehr in Richtung Multimedia”, erläutert Mielke, der auch selbst schon Kurzmitteilungs-Dienste konzipiert hat – etwa die SMS-Games von e-plus und einen Logo- und Ringtone-Service. Bei EMS (Enhanced Message Service) werden bereits einfache Formatierungen wie Fettungen, Unterstreichungen u.ä. möglich sein. MMS (Multimedia Message Service) macht aus der einfachen Textnachricht eine Mini-Email: ”Dabei werden mehrere SMS-Nachrichten zusammen gefasst. Die Botschaft kann dann aus Text, Bild und Ton bestehen.” Dasselbe Prinzip wird bereits bei der Versendung von Klingeltönen verwendet.

Handynachrichten, die nicht nerven

Bereits jetzt schon Multimedia-fähig sind die Nachrichten von 12snap. Der Nachrichtenservice, den die Firma anbietet, sieht nur aus wie eine SMS, funktioniert aber wie ein Radioprogramm. Die Meldungen blockieren den Kurzmitteilungsspeicher der Mobil-Telefone nicht, sondern ersetzen sich gegenseitig. Der Vorteil: Die Kunden sind nicht so schnell genervt, schließlich müssen die News nicht einzeln gelöscht werden. Seit einem Jahr bietet die Firma als einzige diesen Übertragungsweg an. 12snap ist unter anderem Partner von McDonalds, American Express und Nestlé. Empfangsbereit sind theoretisch alle D2 und – seit neuestem – D1-Kunden, die ein SMS-fähiges Handy besitzen. Damit deckt der Nachrichtenbroadcaster 85 % des Marktes ab. Rund 400 000 haben den Service derzeit aktiviert.

In einigen Jahren wird WAP-Push am Erfolg der SMS-Dienste knabbern, glaubt Mielke. WAP-Push funktioniert ähnlich wie der Short Message Service: Hat ein Kunde einen Dienst abonniert, werden die Nachrichten automatisch aufs Display geliefert - ohne komplizierte Einwahl. Dennoch: Mielkes Meinung nach wird SMS noch vier bis fünf Jahre das erfolgreichste Medium in diesem Bereich bleiben. ”Unter anderem deshalb, weil jedes heute genutzte Handy SMS unterstützt.” WAP-Push und MMS werden erst in zwei bis drei Jahren einigermaßen verbreitet sein, so seine Einschätzung. ”Bis dahin dürften die SMS-Dienste noch stark zulegen.”

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