Lagerbestände sind weitgehend abgebaut
Niedrige Chippreise belasten Chipbroker

Die deutschen Chip-Händler CE Consumer Electronic und ACG haben im ersten Halbjahr unter dem anhaltenden Preisdruck für Halbleiter gelitten, hoffen aber weiter auf eine Markterholung in den kommenden Monaten.

Reuters WIESBADEN/MÜNCHEN. „Die aktuellen Entwicklungen deuten an, dass die längste Krise in der Geschichte der Halbleiterbranche bald zu Ende gehen könnte“, gab sich CE Consumer in einer Mitteilung am Mittwoch nach einem schwachen zweiten Quartal vorsichtig optimistisch. Die steigende Nachfrage nach PCs und Breitbandanschlüssen stimme positiv.

Auch die Wiesbadener ACG AG stellte erste positive Tendenzen in ihren Auftragseingängen fest, rechnet mit einer signifikanten Erholung aber frühestens im vierten Quartal. „Das dritte Quartal wird schwierig bleiben“, erklärte ACG-Vorstandschef Cornelius Boersch. Daher werde es auch sehr schwer, den für 2003 angepeilten operativen Gewinn zu erreichen, ergänzte ein Unternehmenssprecher.

Die schwache Nachfrage nach Chips und niedrige Preise machen den Chip-Brokern seit längerem das Leben schwer, die vor allem dann Geld verdienen, wenn das Angebot an Halbleitern knapp ist. „Der Juni war für uns ein furchtbarer Monat, der Juli sieht schon wieder erfreulicher aus“, erläuterte CE-Finanzvorstand Friedrich Rettenberger die Schwankungen des Geschäfts. Zwar könne man die genaue Marktentwicklung nur schwer vorhersagen, CE Consumer halte aber an ihrem Ziel fest, 2003 operativ vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (Ebitda) schwarze Zahlen zu schreiben. „Aus heutiger Sicht sehen wir keine Veranlassung, an dieser Prognose etwas zu verändern. Der Markt muss uns aber schon entgegenkommen“, sagte der Finanzchef.

Sinkende Umsätze und fallende Aktienkurse

Das noch schwierige Marktumfeld spiegelte sich in den vorgelegten Zahlen der im Kleinwertesegment SDax gelisteten Konkurrenten wider.

CE Consumer verbuchte im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 68,39 Millionen Euro. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) halbierte sich der Verlust zwar gegenüber zum Vorjahr auf 1,98 Millionen Euro, im Vergleich zum ersten Quartal verdoppelte sich das Minus aber.

Bei ACG fiel der Umsatz im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 113 Millionen Euro. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte auf 2,9 Millionen Euro von 0,7 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich lag der Fehlbetrag bei 2,7 (1,2) Millionen Euro. Der Halbleitermarkt werde sich frühestens im vierten Quartal erholen und erst dann auch eine Verbesserung der Ergebnisse bewirken, hieß es in der Mitteilung. Im Mai hatte ACG noch einen operativen Gewinn in Aussicht gestellt. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, im vierten Quartal wieder Boden gut zumachen“, sagte ein Sprecher.

An der Börse verloren am Mittwoch die Aktien beider Unternehmen. CE-Consumer-Titel büßten mehr als drei Prozent auf 2,47 Euro ein, die ACG-Aktien sogar fast acht Prozent auf 2,37 Euro.

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