Landgericht Hamburg
Premiere muss Werbung für Bundesliga einschränken

Premiere darf nach einem Beschluss des Landgerichts Hamburg nicht damit werben, auch in der kommenden Saison der Fußball-Bundesliga alle Spiele live zu präsentieren. Sollte der Bezahlfernsehsender nicht auf die Einschränkungen hinweisen, droht eine hohe Ordnungsstrafe.

HB MÜNCHEN. Auf Antrag des Inhabers der Live-Übertragungsrechte, des Sportrechtevermarkters Arena, erließ das Landgericht Hamburg am Freitag eine einstweilige Verfügung gegen Premiere. Demnach muss der Bezahlsender in seiner Werbung darauf hinweisen, dass der Empfang nur über das Internet möglich und für den Empfang des Internet-Signals ein schneller VDSL- oder ADSL-Anschluss der Deutschen Telekom nötig ist. Für den Fall der Zuwiderhandlung falle eine Ordnungsstrafe von 250 000 Euro an, hieß es in dem Beschluss des Landgerichts.

„Dies verhindert die bewusste Irreführung der Fußball-Fans und schafft Klarheit“, kommentierte Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer. Premiere verwies darauf, dass dem Sender die einstweilige Verfügung bislang nicht zugestellt sei. „Wir setzen auf transparente Kundenkommunikation, aber bis dato sind die Verbreitungswege und technischen Voraussetzungen für Bundesliga im IPTV-Standard nicht abschließend definiert. Sobald wir Genaueres wissen, werden wir Abonnenten und Interessenten detailliert informieren“, sagte ein Sprecher.

Um die Verwertung der Übertragungsrechte wird noch immer gestritten. Arena, die sich bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die exklusiven Übertragungsrechte für das Fernsehen gesichert hatte, und die DFL stehen auf dem Standpunkt, dass die TV-Übertragung über Kabel und Satellit nur Arena vorbehalten ist. Die Telekom müsse sich dagegen auf die Übertragung im Internet beschränken.

Dagegen sind Telekom und Premiere der Ansicht, dass eine Übertragung über den Internet-Fernsehstandard auch via Kabel und Satellit zulässig ist. Premiere-Chef Georg Kofler will die DSL-Kooperation mit der Telekom auch auf die Übertragungswege Kabel und Satellit erweitern. Premiere war bei der Vergabe der Rechte für die nächsten drei Spielzeiten ab August leer ausgegangen. Um seinen Kunden dennoch Bundesliga bieten zu können, zeigt Premiere zusammen mit der Telekom die Spiele über den schnellen Internet-Zugang (DSL) des Bonner Konzerns.

Derzeit bemüht sich die Telekom um einen Kompromiss mit der DFL. Dabei gibt es verschiedene Lösungsansätze, die allerdings zu Lasten von Premiere gehen könnten. Sollte die Übertragung der Telekom auf das Internet beschränkt bleiben, könnte Premiere nur einem Teil seiner Kunden weiterhin die Bundesliga anbieten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%