Lantiq: Intel kauft Münchener Chiphersteller

Lantiq
Intel kauft Münchener Chiphersteller

Der IT-Gigant Intel übernimmt den Münchener Chiphersteller Lantiq vom Finanzinvestor Golden Gate Capital. Mit dem Kauf der früheren Infineon -Tochter wollen die Amerikaner ihr Angebot für Breitbandtechnik erweitern.
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MünchenDer weltgrößte Halbleiterproduzent geht in Deutschland auf Einkaufstour: Intel übernimmt den Münchener Chiphersteller Lantiq vom Finanzinvestor Golden Gate Capital. Das teilte der US-Konzern heute mit. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

Lanitiq ist 2009 aus der Festnetzsparte des Münchener Chipproduzenten Infineon entstanden. Infineon war damals in finanziellen Nöten und musste die zu jener Zeit profitable Sparte mit ihren rund 1000 Mitarbeitern verkaufen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Intel sich in Deutschland verstärkt. Vor vier Jahren haben die Amerikaner für rund eine Milliarde Euro die Mobilfunkdivision von Infineon übernommen. Mit den Ingenieuren aus Bayern wollte Intel die Handywelt erobern; ein Vorhaben, das bis heute allerdings nicht geklappt hat.

Ganz offenbar schätzt die Firma aus dem Silicon Valley aber das Know-how hierzulande und engagiert sich deshalb gerne in München. Unweit der Büros von Lantiq ist ein Teil von Intels Mobilfunksparte angesiedelt, die Europa- und Deutschlandzentrale ist ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt im Münchener Vorort Feldkirchen.

Lantiq liefert Chips für den Internetzugang und für Heimnetzwerke. „Intel ist seit jeher weltweit führend, wenn es darum geht, Breitband in die Heime der Menschen und in Computing-Geräte zu bringen“, sagt Kirk Skaugen, der bei Intel das Geschäft mit PCs, Notebooks und Tablets führt. Durch Lantiq könne Intel sein Angebot für Telekommunikationskonzerne und Konsumenten ausbauen.

Lantiq hat seit Jahren keine Angaben zum Geschäft gemacht. Golden Gate hatte seinerzeit 250 Millionen Euro für die Infineon-Sparte hingelegt. Wegen der Finanzkrise hatten die Amerikaner zunächst nur Eigenkapital eingesetzt. Später holten sich die Investoren das Geld über einen Kredit von Lantiq zurück. Im Jahr 2010 hieß es einmal, der Umsatz liege bei 500 Millionen Dollar und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 15 und 20 Millionen Dollar. Damals war auch ein Börsengang im Gespräch. Seither allerdings herrschte Funkstille. Bis heute.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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