Laut BaFin
Sky soll Abo-Zahlen falsch angegeben haben

Die Finanzaufsicht BaFin nimmt den defizitären Bezahlsender Sky Deutschland in die Mangel. Laut der Aufsichtsbehörde hat der Sender unter anderem seine Abonnentenzahlen für 2007 und 2008 um mehr als 600 000 Kunden zu hoch angesetzt. Sky bestreitet die Vorwürfe. Die Aktie ist auf Talfahrt gegangen.
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HB BERLIN. Der tief in der Krise steckende Bezahlsender Sky Deutschland hat Ärger mit der Finanzaufsicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach ihrer Einschätzung Fehler in mehreren Konzernabschlüssen und-lageberichten des Unternehmens gefunden, wie die frühere Premiere AG am Montagabend mitteilte und die Vorwürfe zugleich zurückwies.

Die Aktie brach im frühen Handel um zwischenzeitlich 13 Prozent ein. Das Papier hatte sich nach der Ankündigung von neuen Kooperationen und zuletzt ein wenig besseren Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich erholt.

Bei den BaFin-Vorwürfen gehe es um den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2007 sowie den Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2007 der Premiere AG (jetzt Sky Deutschland), teilte Sky am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Von der Prüfung betroffen sei auch der Halbjahresfinanzbericht zum Stichtag 30. Juni 2008 und der Zwischenlagebericht für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs 2008.

Die Aufsicht habe bemängelt, dass die Abonnentenzahlen der Gesellschaft in den Lageberichten für das Geschäftsjahr 2007 um rund 623 000 und im Zwischenlagebericht für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs 2008 um rund 611 000 zu hoch ausgewiesen worden seien. Darüber hinaus sollen Risiken im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb der Bundesligarechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 im Jahr 2008 nicht ausreichend beurteilt und erläutert worden seien.

Die BaFin habe zudem beanstandet, dass im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 und im Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2008 der Geschäfts- oder Firmenwert um 248,4 Mio. Euro beziehungsweise 251,9 Mio. Euro zu hoch angesetzt worden sei. Im Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2008 sei die Ertragslage um mindestens zehn Mio. Euro zu hoch angegeben worden.

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